Typo3 und damit eine eigene Seite basteln

2007 hab ich mich durch TYPO3 gekämpft, bis endlich ein Template stand. Was aus dem CMS geworden ist und welches System heute zu deiner Website passt.

4–6 Minuten

Im Herbst 2007 hat mich richtig die Lust gepackt, Webseiten zu basteln. Der Grund: Mein Geschreibsel hier wurde immer mehr gelesen, und ich konnte es selbst kaum glauben. Also hab ich TYPO3 ausgegraben, das schon eine ganze Weile bei mir herumlag und von Anfang an missachtet worden war. Hier erzähle ich, wie ich mich durchgebissen habe, was TYPO3 heute ist und welches System 2026 zu welcher Website passt.

Warum überhaupt ein CMS?

Mit der Zeit wird man älter und dadurch auch fauler – sagen wir: organisierter. Ich hatte schlicht keine Lust mehr, jeden Link und jedes Detail bis ins Kleinste selbst zu positionieren. Klar, man kann sich dafür Container anlegen, aber selbst das nervt irgendwann. Ich wollte klicken oder Shortcuts benutzen und mich um den Inhalt kümmern statt um die Technik.

Genau dafür gibt es ein Content-Management-System, kurz CMS. Es trennt Inhalt und Gestaltung: Das Layout baust du einmal als Vorlage, die Texte pflegst du danach bequem über eine Oberfläche. Neue Seiten tauchen automatisch im Menü auf, und du musst nicht mehr jede HTML-Datei einzeln anfassen.

Meine ersten Schritte mit TYPO3

Der Anfang war, sagen wir, demütigend. Mir gelang nicht mal die einfachste Form der Textausgabe. Welch Schmach! TYPO3 hatte damals wie heute den Ruf, eine steile Lernkurve zu haben, und den hat es sich redlich verdient. Die eigene Konfigurationssprache TypoScript muss man erst einmal verstehen.

Aber ich bin drangeblieben, und im Oktober 2007 war ich schon ein ganz schönes Stück weiter: Das Template stand, und die Platzhalter waren gesetzt. In dieser Zeit bin ich auch auf die Suchmaschinenoptimierungs-Seite von Profi-Ranking gestoßen, bei der es noch einiges abzugucken gab.

Verzweifelt bin ich vor allem an der Ordnerstruktur der Adressen. Aus domain.bla/unterseite.html sollte eigentlich domain.bla/unterordner/unterseite.html werden. Mit dem Rest war ich schon recht zufrieden. Mein Fazit damals: Wenn man sich die Zeit nimmt und das Ganze irgendwann steht, ist TYPO3 ein echt mächtiges Tool.

Sprechende URLs – damals und heute

Von Haus aus erzeugte TYPO3 früher Adressen wie index.php?id=42. Für lesbare Pfade brauchte man Erweiterungen wie RealURL, und deren Konfiguration war eine Wissenschaft für sich. Seit TYPO3 Version 9 von 2018 ist das Routing fest eingebaut: Jede Seite bekommt ihren eigenen Pfadabschnitt, und die Ordnerstruktur ergibt sich aus dem Seitenbaum. Mein Problem von 2007 wäre heute also in ein paar Minuten gelöst.

Was ist aus TYPO3 geworden?

TYPO3 ist quicklebendig. Das System wurde Ende der Neunzigerjahre vom Dänen Kasper Skårhøj entwickelt und ist bis heute freie Open-Source-Software, getragen von einer großen Community. Im April 2026 erschien TYPO3 14 LTS, für das Updates bis Juni 2029 geplant sind. Die Vorgängerversion 12 ist dagegen seit Ende April 2026 aus der regulären Pflege raus.

Weltweit ist TYPO3 ein Nischenprodukt. Laut der Statistik von W3Techs läuft es auf rund 0,4 Prozent aller Websites (Stand Oktober 2026). Im deutschsprachigen Raum ist es aber deutlich stärker vertreten, gerade bei Hochschulen, Behörden und größeren Unternehmen. Dort spielt es seine Stärken aus:

  • Viele Redakteure mit fein abgestuften Rechten
  • Mehrere Sprachen und mehrere Websites in einer Installation
  • Lange Supportzeiträume, die für Firmen und Verwaltungen planbar sind
  • Workflows, bei denen Inhalte erst freigegeben werden, bevor sie online gehen

Die Kehrseite ist geblieben: Für eine kleine private Seite ist TYPO3 meist überdimensioniert. Ohne Einarbeitung oder Agentur kommst du nicht weit.

Die CMS-Landschaft 2026

Der klare Platzhirsch ist WordPress, auf dem übrigens auch dieser Blog läuft. Hier die Verteilung laut W3Techs, Stand Oktober 2026:

SystemAnteil an allen WebsitesAnteil am CMS-Markt
WordPress40,1 %58,6 %
Shopify5,4 %7,8 %
Wix4,2 %6,1 %
Squarespace2,4 %3,6 %
Joomla1,1 %1,6 %
Drupal0,6 %0,9 %
TYPO30,4 %0,5 %

Spannend ist auch, was in der Tabelle fehlt: Knapp ein Drittel aller Websites nutzt keines der erfassten Systeme. Das sind selbst programmierte Seiten, reine HTML-Projekte oder Seiten aus sogenannten statischen Generatoren.

Welches System passt zu dir?

Wenn du …dann passt eher …
schnell eine schicke Visitenkarte ohne Technikstress willstein Baukasten wie Wix, Squarespace oder Jimdo
bloggen oder eine kleine bis mittlere Website betreiben willstWordPress
einen Onlineshop aufbauen willstShopify oder WooCommerce für WordPress
ein großes, mehrsprachiges Portal mit vielen Redakteuren planstTYPO3 oder Drupal
programmieren kannst und es schnell und sicher magsteinen statischen Generator wie Hugo oder Jekyll

Bevor du dich festlegst

Frag dich ehrlich, wer die Seite in drei Jahren noch pflegt. Jedes CMS braucht regelmäßige Sicherheitsupdates, sonst wird es zum Einfallstor. Achte außerdem darauf, dass du deine Inhalte exportieren kannst. Bei Baukästen bist du sonst an den Anbieter gebunden. Und wenn du ein System nur ausprobieren willst: Die meisten lassen sich lokal oder in einer kostenlosen Testumgebung testen, bevor du Geld für Hosting ausgibst.

Und die neue Domain?

Meine neue Domain wollte ich 2007 erst verraten, wenn alles fertig ist. Mit dem Blog hatte sie nichts zu tun – naja, beinahe nichts. Wer neugierig war, musste sich gedulden. Nebenbei hatte ich ja auch noch zu tun: Ich musste schließlich Gold herstellen.

Wie einfach ein CMS für Normalsterbliche sein sollte, hat mich danach noch eine Weile beschäftigt. Dazu passt mein Beitrag Einfaches CMS für jedermann?, und was bei WordPress-Updates schiefgehen kann, steht in WordPress update.

Mein Fazit

TYPO3 hat mich 2007 Nerven gekostet, mir aber auch beigebracht, wie ein CMS unter der Haube tickt. Für große, mehrsprachige Projekte ist es heute noch eine sehr gute Wahl. Für eine private Seite würde ich dagegen zu WordPress oder einem Baukasten greifen – das spart Zeit für die eigentlichen Inhalte.

Kommentare

2 Kommentare zu „Typo3 und damit eine eigene Seite basteln“

  1. Avatar von TIm

    Neben der Seite profi-ranking, kann ich dir auch die Seiten typo3.fruit-lab.de empfehlen auf der auch Zahlreiche Tipps und Tricks zu SEO zu finden sind. Beste Grüße,
    Tim

  2. Avatar von Patrick
    Patrick

    Hey Danke! Das mit Fruit-Lab wußte ich ja noch garnicht (ich weiß eigentlich noch nicht viel über Typo3 😉 ). Aber klasse Tip!

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