The Police Konzert

Samstag, 28. Juni 2008, Messehalle Leipzig: The Police spielen ihr letztes Konzert in Deutschland, und ich sitze mittendrin. Bis zum Montag habe ich gebraucht, um die Fotos zu sortieren und das Blog-Template so weit fit zu machen, dass hier alles angezeigt wird. Die Fotos sind inzwischen leider verloren, der Bericht ist geblieben. Jetzt kommt mein Bericht von einem Abend, an dem mich eine Band umgehauen hat, die ich vorher kaum kannte.

Drei ältere Herren und eine bebende Halle

Es war Wahnsinn, was die drei da auf der Bühne abgeliefert haben. Wie so viel Musik aus so wenigen Menschen kommen kann, ist mir immer noch ein Rätsel. Ein Trio, und trotzdem klang es nach einer großen Band.

Sting gab alles. Binnen Minuten wechselte sein Shirt die Farbe in Dunkelfeucht und blieb auch den ganzen Abend so. Von Schonung war da nichts zu sehen.

Stewart Copeland gab den Takt und vor allem das Tempo vor. Der Wahnsinn, und das Ganze mit einem Lächeln im Gesicht. Es war eine Freude, ihm zuzusehen. Man spürte förmlich, dass ihm das Spielen selbst riesigen Spaß machte.

Andy Summers war ein Gott an seiner Gitarre. Mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen.

Und das Publikum? Die Menschen gingen alle mit, die Halle bebte.

Hingeschleift und bekehrt

Das Krasse daran: Ich kannte die Band eigentlich gar nicht richtig. Meine Freundin hatte mich dorthin geschleift. Nach diesem Abend war klar, dass ich mir erst einmal eine CD kaufen gehen muss. Schade nur, dass es von den Jungs nichts Neues mehr geben würde.

Auf der Heimfahrt gab es von Radio SAW dann passenderweise noch etwas Sting und The Police auf die Ohren. Besser hätte man den Abend nicht ausklingen lassen können. Für alle, die nicht aus der Gegend kommen: Radio SAW ist ein privater Sender aus Sachsen-Anhalt, der in ganz Mitteldeutschland gern gehört wird.

Nie wieder Sitzplatz!

Eine Lehre habe ich aus dem Abend aber gezogen: Beim nächsten Konzert bin ich wieder direkt vor der Bühne. Nie wieder einen Sitzplatz! Jawohl.

Ob Sitz- oder Stehplatz besser ist, hängt natürlich davon ab, was du willst. Ein paar Gedanken dazu:

  • Stehplatz im Innenraum: maximale Nähe, maximale Stimmung. Dafür musst du früh da sein, lange stehen und mit Gedränge leben.
  • Sitzplatz auf der Tribüne: guter Überblick über Bühne und Lichtshow, entspannter für lange Abende. Aber wenn die Halle bebt und du sitzt, fühlt sich das schnell an wie Zuschauen statt Dabeisein.
  • Sicht prüfen: Bei Sitzplätzen lohnt vor dem Kauf ein Blick auf den Saalplan. Seitliche Plätze können hinter Technik oder Boxentürmen liegen.
  • Tickets nur aus sicheren Quellen: Kauf beim offiziellen Vorverkauf oder über die Weiterverkaufsbörse, die der Veranstalter selbst nennt. Bei privaten Angeboten in Kleinanzeigen und sozialen Netzwerken sind gefälschte Tickets und Vorkasse-Betrug leider verbreitet, und bei personalisierten Tickets kommst du mit fremdem Namen womöglich gar nicht rein.

Denk an deine Ohren

Konzertpegel sind so laut, dass sie bei längerer Dauer das Gehör schädigen können. Gehörschutz mit Filter, wie es ihn für Musiker und Konzertgänger gibt, dämpft die Lautstärke gleichmäßig, ohne dass der Klang dumpf wird. Wer oft auf Konzerte geht, sollte sich das gönnen. Ein Pfeifen im Ohr am nächsten Morgen ist ein Warnsignal, kein Andenken.

Nur für Puristen: meine Mikroaufnahme

Zum Bericht gehörte damals auch ein Mitschnitt, ausdrücklich nur etwas für Puristen, die mit einer schlechten Mikroaufnahme leben können. Die Audiodatei ist inzwischen nicht mehr online. Ehrlich gesagt ist das auch kein großer Verlust für die Musikgeschichte. Ein kleines Mikrofon in einer tobenden Halle fängt vor allem Bässe, Jubel und den Nachbarn ein, der mitsingt.

Heute würde ich auch aus einem anderen Grund vorsichtiger sein. Ob du auf einem Konzert mitschneiden darfst, regelt meist die Hausordnung des Veranstalters, und viele verbieten Ton- und Videoaufnahmen ganz. Spätestens beim Veröffentlichen wird es heikel, denn die Rechte an der Darbietung liegen bei den Künstlern. Wenn du eine klingende Erinnerung willst, schau lieber, ob es offizielle Livealben oder Radiomitschnitte gibt. Von der Reunion-Tour erschien zum Beispiel das Livealbum „Certifiable“. Und mein Rat für den Abend selbst: ein paar Fotos für dich, dann das Handy wegstecken. Erinnerungen im Kopf sind sowieso besser als jede wackelige Aufnahme. Wie streng Security sein kann, habe ich ein paar Monate später bei Travis in Berlin erlebt, als mir meine Kamera für die Dauer des Konzerts abgenommen wurde.

Wie war es in den anderen Städten?

Damals hatte ich noch Berichte anderer Blogger verlinkt, die The Police in Düsseldorf, Mannheim und München gesehen hatten. Die Seiten gibt es leider nicht mehr. Zum Mannheim-Bericht hatte ich nur angemerkt, dass Sting sich dort wirklich mal hätte rasieren können.

Ein Blick in das Tourarchiv zeigt, wie die Termine damals lagen: Mannheim war am 5. Juni 2008 in der SAP Arena, Düsseldorf am 8. Juni, und Leipzig am 28. Juni bildete den Abschluss in Deutschland. Im Vorprogramm stand in Leipzig der südafrikanische Sänger Arno Carstens. Die gesamte Tour endete wenige Wochen später, am 7. August 2008, im Madison Square Garden in New York.

Mehr über die Band, die Reunion-Tour und die besten Einstiegsalben steht in meinem Beitrag The Police. Und wenn du nach dem Lesen Lust auf neue Musik hast, ohne gleich Geld auszugeben, hilft dir mein Ratgeber Gratis-Musik im Web.

Mein Fazit

Dieses Konzert hat mir gezeigt, dass man eine Band nicht kennen muss, um von ihr umgehauen zu werden. Drei Musiker, die ihr Handwerk seit Jahrzehnten beherrschen, haben eine ganze Halle zum Beben gebracht. Und mein Vorsatz von damals ist eindeutig: beim nächsten Mal bitte vorn an der Bühne.

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