Einen LKW mieten ist gar nicht so schwer – und vor allem nicht so teuer, wie ich dachte. Im März 2009 stand unser Umzug vor der Tür, die Möbel waren ziemlich sperrig, also musste etwas Großes her. Hier erzähle ich, wie das mit meinem 19-Euro-Laster lief. Danach erfährst du, welchen Führerschein du heute für welchen Miet-LKW brauchst und worauf du beim Mieten achten solltest.
Das Wichtigste in Kürze
- Mit dem normalen Autoführerschein (Klasse B) darfst du Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse fahren, also die typischen Umzugstransporter.
- Für den 7,5-Tonner brauchst du die Klasse C1, darüber die Klasse C.
- Alte Führerscheine der Klasse 3 (vor 1999) schließen C1 ein. Lkw-Klassen, die später erteilt wurden, sind dagegen befristet.
- Über 3,5 Tonnen gilt auf der Autobahn Tempo 80.
Wie ich 2009 zum 19-Euro-LKW kam
Durch unseren bevorstehenden Umzug mussten wir schon mal einiges vorab organisieren. Und weil die Möbel ziemlich sperrig waren, musste eben etwas Großes her. Da kam das 19-Euro-Angebot von Sixt gerade recht. 100 Kilometer waren inklusive, und die reichten mir völlig.
Bei dem Preis musste ich nicht lange überlegen. So ein Angebot war damals eine Aktion. Darauf, dass es so etwas heute in genau dieser Form gibt, würde ich mich nicht verlassen.
Zehn Jahre Pause und ein Führerschein vom Bund
Schon cool, mal wieder einen LKW zu fahren. Zu dem Zeitpunkt war es fast zehn Jahre her, dass ich zuletzt hinter so einem Lenkrad gesessen hatte. Jetzt kam endlich mal wieder mein LKW-Führerschein zum wohlverdienten Einsatz, den mir die Bundeswehr finanziert hatte. Mann, sah ich auf dem Foto damals scheiße aus. Zum LKW-Mieten hat’s trotzdem gereicht.
Die ersten zehn Kilometer waren arg holprig, zumindest beim Anfahren. Die Kupplung kam aber auch sowas von zeitig! Erstaunlich gut kam ich dagegen mit der Breite klar: nirgends angeeckt, keine Kollateralschäden. Mit 80 Sachen über die Autobahn zu zuckeln, fühlte sich allerdings ziemlich erbärmlich an. Selbst die Trucker zogen an mir vorbei.
Eine gute Seite hatte das Ganze: Es war richtig entspannend. Man bekommt endlich mal was von der Landschaft mit, statt nur auf die linke Spur zu starren. Aber ganz ehrlich: Auf immer und ewig würde ich das nicht machen wollen.
Welchen Führerschein brauchst du für einen Miet-LKW?
Die wichtigste Zahl ist die zulässige Gesamtmasse (zGM). Sie steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I im Feld F.2 und meint das Fahrzeug samt Ladung, nicht das Leergewicht. Ein Sprinter wiegt leer vielleicht gut zwei Tonnen, ist aber mit 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse zugelassen. Genau diese Zahl entscheidet.
| Klasse | Was du damit fahren darfst | Anhänger |
|---|---|---|
| B | Kfz bis 3,5 t zGM, höchstens 8 Sitzplätze außer dem Fahrer | bis 750 kg oder schwerer, wenn der Zug höchstens 3,5 t hat |
| C1 | Kfz über 3,5 t bis 7,5 t zGM | bis 750 kg |
| C | Kfz über 3,5 t ohne Obergrenze | bis 750 kg |
Für schwerere Anhänger gibt es jeweils die E-Klassen (BE, C1E, CE). Mit der Schlüsselzahl B96 darfst du nach einer Fahrerschulung ohne Prüfung Gespanne bis 4,25 Tonnen fahren.
Was heißt das für den Umzug?
- Sprinter und Co.: Die üblichen Umzugstransporter sind meist genau auf 3,5 Tonnen ausgelegt. Dafür reicht Klasse B.
- Der 7,5-Tonner: Mehr Ladevolumen und mehr Nutzlast, aber nur mit C1. Die bekommt man heute nicht mehr automatisch mit dem Autoführerschein.
- Noch größer: Für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen brauchst du die Klasse C. Für einen privaten Umzug ist das selten nötig.
Alte Klasse 3 und befristete Lkw-Klassen
Hast du deinen Führerschein noch vor 1999 als Klasse 3 gemacht, hast du Glück. Beim Umtausch bekommst du laut Bundesverkehrsministerium unter anderem C1 und C1E ohne Befristung. Bestimmte schwerere Züge, die früher ebenfalls zur Klasse 3 gehörten, laufen als CE mit Schlüsselzahl 79 und gelten nur bis zum 50. Geburtstag, wenn du sie nicht verlängerst.
Bei allen späteren Lkw-Klassen musst du aufs Datum schauen. C und CE gelten jeweils fünf Jahre. C1 und C1E aus den Jahren 1999 bis Januar 2013 laufen bis zum 50. Geburtstag, später ausgestellte ebenfalls nur fünf Jahre. Für die Verlängerung brauchst du eine ärztliche Untersuchung und einen Sehtest. Das Ablaufdatum steht auf der Rückseite der Führerscheinkarte in Spalte 11 neben der jeweiligen Klasse.
Führerschein von der Bundeswehr
Wer beim Bund einen LKW-Führerschein macht, bekommt zunächst eine Dienstfahrerlaubnis. Für den zivilen Alltag lässt man sie umschreiben. Beantragst du das noch während der Dienstzeit, fallen Prüfung und Ausbildung weg (§ 27 FeV). Wer das damals verpasst hat, fragt am besten bei der Führerscheinstelle nach, was noch geht.
Ohne passende Klasse kein Lenkrad
Wer einen 7,5-Tonner nur mit Klasse B fährt, fährt ohne Fahrerlaubnis. Das ist eine Straftat (§ 21 StVG), und bei einem Unfall kann es mit dem Versicherungsschutz eng werden. Prüf deshalb vor der Buchung die Klassen auf deiner Karte und die zulässige Gesamtmasse des Fahrzeugs, nicht nur die Größenangabe im Mietangebot.
Was beim Fahren anders ist als im Pkw
Meine holprigen ersten Kilometer sind typisch. Bei Transportern und LKW kommt die Kupplung meist deutlich früher, und das Fahrzeug reagiert träger. Plan dir deshalb ein paar Minuten auf dem Hof der Vermietung ein, bevor du dich in den Verkehr stürzt.
- Tempo: Für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gilt auf der Autobahn Tempo 80, außerorts bis 7,5 Tonnen ebenfalls 80, darüber 60. Mit einem Laster über 3,5 Tonnen sind 80 Sachen auf der Autobahn also kein Zeichen von Feigheit, sondern Vorschrift.
- Schilder mit LKW-Symbol: Überholverbote und Durchfahrtsverbote mit LKW-Zeichen gelten für dich, sobald dein Fahrzeug mehr als 3,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse hat.
- Höhe: Merk dir die Fahrzeughöhe und schreib sie dir notfalls aufs Armaturenbrett. Parkhäuser, Unterführungen, Tankstellendächer und tief hängende Äste sind die Klassiker unter den Mietschäden.
- Bremsweg: Ein voll beladener Laster bremst spürbar schlechter. Halte mehr Abstand, als dir lieb ist.
- Rückwärts: Hol dir einen Einweiser. Lieber dreimal rangieren als einmal die Hausecke mitnehmen.
Worauf du beim Mieten achten solltest
- Erst ausmessen, dann buchen: Miss Schränke, Sofa und Waschmaschine vorher aus und vergleiche die Maße mit den Laderaummaßen, die Vermieter für jedes Fahrzeug angeben. Dann weißt du, ob der Transporter reicht.
- Kilometer realistisch planen: Mir haben damals 100 Kilometer gereicht. Zusatzkilometer werden oft teuer abgerechnet, also lieber mit etwas Puffer buchen.
- Übergabe dokumentieren: Geh mit dem Vermieter einmal ums Fahrzeug und fotografiere vorhandene Kratzer und Dellen, auch auf dem Dach und an der Ladekante. Notiere den Tankstand.
- Selbstbeteiligung prüfen: Bei Nutzfahrzeugen kann sie happig sein. Ob sich eine Reduzierung lohnt, hängt davon ab, wie sicher du dich fühlst.
- Bedingungen lesen: Viele Vermieter verlangen ein Mindestalter und dass du den Führerschein schon eine Weile hast. Das steht in den Mietbedingungen.
- Maut: Seit Juli 2024 gilt die Lkw-Maut auf Autobahnen und Bundesstraßen schon ab 3,5 Tonnen technisch zulässiger Gesamtmasse. Wie das bei deiner Fahrt abgerechnet wird, klärst du am besten direkt bei der Übergabe.
- Ladung sichern: Spanngurte, Decken und Antirutschmatten gehören dazu. Schwere Sachen kommen nach unten und nach vorn an die Stirnwand. Ungesicherte Ladung ist nicht nur gefährlich, sondern kostet auch ein Bußgeld.
- Halteverbot beantragen: Beim Ordnungsamt bekommst du eine temporäre Halteverbotszone vor der Tür. Das spart dir lange Tragewege und Ärger mit Nachbarn. Wie das ohne aussieht, habe ich schon 2007 beim Umzug von Dresden nach Chemnitz erlebt: Da gab es mit einem rappelvollen LKW sogar Ausparkprobleme.
Aus heutiger Sicht (2026)
LKW und Transporter zu mieten ist heute noch einfacher als 2009. Sixt hat nach wie vor Transporter und LKW im Programm. Dazu kommen andere große Autovermieter, Spezialisten für Nutzfahrzeuge und viele Baumärkte, die Transporter stundenweise vermieten. Gebucht wird fast immer online. Die Preise schwanken stark nach Fahrzeuggröße, Wochentag, Saison und Kilometerpaket, deshalb nenne ich hier keine festen Zahlen. Vergleichen lohnt sich, und Monatsanfang und -ende sind wegen der vielen Umzüge oft knapp.
Geändert hat sich vor allem eines: Den LKW-Führerschein gibt es nicht mehr nebenbei. Wer heute mit 18 den Autoführerschein macht, darf damit nur bis 3,5 Tonnen fahren. Für die meisten Umzüge reicht das. Wenn du aber wirklich viel Hausrat hast, lohnt sich ein Blick in den Geldbeutel und in den Führerschein: entweder zwei Fahrten mit dem Sprinter, ein 7,5-Tonner mit jemandem, der C1 hat, oder gleich ein Umzugsunternehmen. Und wenn die neue Wohnung erst noch einen frischen Anstrich braucht, findest du hier meine Tipps zum Wände und Decken streichen.
Häufige Fragen
Welchen Führerschein brauche ich für einen 7,5-Tonner?
Du brauchst die Klasse C1 oder C. Mit dem normalen Autoführerschein der Klasse B ist bei 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse Schluss. Ausnahme ist die alte Klasse 3 von vor 1999, die C1 mit einschließt.
Darf ich mit Klasse B einen LKW mieten?
Ja, solange das Fahrzeug höchstens 3,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse hat. Darunter fallen die meisten Umzugstransporter vom Typ Sprinter oder Transit. Maßgeblich ist die Angabe in den Fahrzeugpapieren, nicht die Bezeichnung „LKW“ im Mietangebot.
Wie schnell darf ich mit einem Miet-LKW fahren?
Bis 3,5 Tonnen gelten die gleichen Grenzen wie für Pkw, auf der Autobahn also die Richtgeschwindigkeit. Darüber sind auf der Autobahn 80 km/h erlaubt, außerorts bis 7,5 Tonnen ebenfalls 80 und darüber 60 km/h.
Gilt mein alter Lkw-Führerschein noch?
Das hängt vom Ausstellungsdatum ab. C1 aus der alten Klasse 3 gilt unbefristet, C1 aus den Jahren 1999 bis Januar 2013 bis zum 50. Geburtstag. C und CE müssen alle fünf Jahre mit ärztlicher Untersuchung verlängert werden. Das Ablaufdatum steht auf der Rückseite der Karte in Spalte 11.
Mein Fazit
Für 19 Euro einen LKW, 100 Kilometer und einen entspannten Tag auf der rechten Spur: Für unseren Umzug war das 2009 eine richtig gute Lösung. Wenn du heute mietest, schau zuerst auf die zulässige Gesamtmasse und deine Führerscheinklassen, dann auf den Preis. Und plane die ersten Kilometer mit Geduld ein, die Kupplung kommt garantiert früher als gedacht.
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