iPod touch zu gewinnen …

2007 hab ich bei einem Blogger-Gewinnspiel um einen iPod touch mitgezockt. Was aus dem Gerät wurde und woran du heute unseriöse Gewinnspiele erkennst.

3–5 Minuten

… und ich mach mit! Im Oktober 2007 gab es bei stereopoly.de einen funkelnagelneuen iPod touch zu gewinnen, und ich hab mich in die Lostrommel geworfen. Meine Chancen sah ich eher gering, denn schon über 300 Leute machten mit. Hier erzähle ich, wie solche Blogger-Gewinnspiele damals liefen, was aus dem iPod touch geworden ist und woran du heute unseriöse Gewinnspiele erkennst.

Die Blogger-Aktion von 2007

Mein bisheriges Glück bei solchen Spielen ließ sich gut beschreiben: Meine Gewinnchance näherte sich immer der Null. Aber vielleicht, so dachte ich, klappt es ja dieses eine Mal. Deswegen hatte ich damals auch eine dringende Bitte: Mach bloß nicht mit! Danke.

Das Prinzip solcher Aktionen war typisch für die Blogosphäre der Nullerjahre. Wer mitmachen wollte, schrieb einen Beitrag über das Gewinnspiel, verlinkte die Seite des Veranstalters und war dabei. Oft gehörte noch ein Banner dazu, das man in die Seitenleiste packte. Für den Veranstalter war das ein cleverer Deal: Ein Gerät für ein paar Hundert Euro, und im Gegenzug Hunderte Links und jede Menge Aufmerksamkeit.

Die Aktionsseite von damals gibt es nicht mehr. Und so ein Gewinnspiel müsste heute anders laufen. Google wertet Links, die im Tausch gegen Waren oder andere Vorteile gesetzt werden, als Linkspam – und ein Los für einen iPod ist genau so ein Vorteil. Sauber wäre die Aktion heute nur mit gekennzeichneten Links. Wie Google ganz allgemein mit gekauften Links umgeht, steht in meinem Beitrag über das Qualitätsmerkmal PageRank.

Was ist aus dem iPod touch geworden?

Der iPod touch war im Herbst 2007 brandneu. Apple hatte ihn im September vorgestellt, und im Grunde war er ein iPhone ohne Telefon: großer Touchscreen, WLAN, ein richtiger Browser. Als 2008 der App Store dazukam, wurde er für viele zur günstigen Einstiegsdroge in die Welt der Apps und Spiele – genau wie das iPhone, auf dem kurz darauf sogar WoW mobile Thema wurde.

Die Geschichte endete im Mai 2022. Apple stellte den iPod touch ein, die siebte Generation von 2019 war die letzte. Damit war nach gut 20 Jahren die gesamte iPod-Ära vorbei, die mit dem ersten iPod im Oktober 2001 begonnen hatte. Musik hören, spielen, surfen – das erledigt heute längst das Smartphone. Wer noch einen alten iPod touch in der Schublade hat, kann ihn als Musikplayer weiterverwenden, viele aktuelle Apps laufen darauf aber nicht mehr. Wie viel Spaß MP3-Player auch in schrägeren Formen machen konnten, zeigt übrigens mein Star-Trek-Audioplayer.

So erkennst du unseriöse Gewinnspiele

Das Blogger-Gewinnspiel von 2007 war harmlos. Viele Gewinnspiele sind es nicht. Die Verbraucherzentralen warnen seit Jahren vor denselben Tricks:

  • Gewinn gegen Gebühr: Für einen echten Gewinn zahlst du nichts. Keine Bearbeitungsgebühr, keine Versandkosten, keinen Rückruf, keine Briefmarke.
  • Versteckte Zusatzkosten: Bei „gewonnenen“ Reisen tauchen plötzlich Einzelzimmerzuschläge, Saisonaufschläge oder Kautionen auf.
  • Teure Rufnummern: Du sollst eine 0900- oder 0137-Nummer anrufen, die bis zu 3 Euro pro Minute kosten kann, und wirst dort möglichst lange hingehalten.
  • Katalog im Umschlag: Der Gewinnbenachrichtigung liegt ein Bestellschein bei, und der Gewinn kommt angeblich nur zusammen mit einer Bestellung.
  • Unvollständiger Absender: Nur ein Postfach, keine vollständige Anschrift, Firmensitz im Ausland.
  • Datensammelei: Bei vielen Gewinnspielen ist nicht der Preis das Geschäft, sondern deine Adresse. Die landet bei Adresshändlern, und danach rollt die Werbung an.

Gewinnspiele in sozialen Netzwerken

Heute kommen viele Fake-Gewinnspiele über Facebook, Instagram und Co. Typisch sind kopierte Profile bekannter Marken, die angebliche Gewinner per Nachricht anschreiben. Dann sollst du einem Link folgen und „nur noch die Versandkosten“ zahlen oder deine Kartendaten eingeben. Prüf in so einem Fall genau, ob das Profil echt ist: Wie alt ist das Konto, wie viele Follower hat es, gibt es ein offizielles Häkchen? Und vor allem: Zahl nichts.

Gewinnspiele am Telefon

Gewinnspielverträge, die dir jemand am Telefon aufschwatzen will, werden nur wirksam, wenn das Unternehmen sie dir schriftlich bestätigt. Und wenn du nach einem Gewinnspiel plötzlich Werbeanrufe bekommst, hast du vermutlich im Kleingedruckten eingewilligt. Was du dagegen tun kannst, steht in meinem Beitrag über die Machenschaften der Callcenter.

Woran du seriöse Gewinnspiele erkennst

Ein ordentliches Gewinnspiel hat ein Impressum mit vollständiger Anschrift und nachvollziehbare Teilnahmebedingungen: Wer veranstaltet, wie lange läuft es, was gibt es zu gewinnen, wie wird ausgelost und wie erfährst du vom Gewinn? Dazu gehört ein Datenschutzhinweis, der klar sagt, was mit deinen Daten passiert.

Meine Faustregeln

  • Nimm für Gewinnspiele eine eigene Mailadresse.
  • Lies die Teilnahmebedingungen und achte auf Formulierungen wie „Partner“ oder „Sponsoren“, die dich anrufen oder anschreiben dürfen.
  • Gib deine Telefonnummer nur an, wenn es wirklich nötig ist.
  • Such den Namen des Veranstalters zusammen mit „Erfahrungen“ oder „Betrug“.
  • Die Verbraucherzentrale Hamburg führt eine schwarze Liste unseriöser Gewinnspielanbieter, an die du auch Verdachtsfälle schicken kannst.

Mein Fazit

Beim Blogger-Gewinnspiel von 2007 mitzuzocken war ein harmloser Spaß, und der iPod touch war damals das Objekt der Begierde schlechthin. Heute würde ich bei Gewinnspielen deutlich genauer hinschauen, wer dahintersteckt. Die wichtigste Regel ist einfach: Ein echter Gewinn kostet dich nichts.

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