Mein Blog will nicht mehr in den Index

Startseite weg aus Google, Feeds kaputt, Umlaute zerschossen: Meine WordPress-Pannenserie von 2007 und wie du heute herausfindest, warum Google deine Seite nicht zeigt.

4–6 Minuten

Seit dem 2. August 2007 wollte die Startseite meines Blogs einfach nicht mehr in den Google-Index. Erst dachte ich, Google hat gerade Stress, denn auch auf anderen Seiten rührte sich nichts. Als dann aber eine Unterseite neu im Index auftauchte, die vorher gar nicht da war, schwebte ein großes Fragezeichen über mir. Hier die Geschichte der Fehlersuche und was du heute tun kannst, wenn deine Seite bei Google verschwindet.

Die Fehlersuche

Ich hatte in den Wochen davor einiges am Template und an den Tools geschraubt, die es so für WordPress gibt. Ja, ich weiß, sichtbar war davon nicht viel. Aber der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Also ab auf Fehlersuche.

Und na huch, was da alles kaputt war:

  • Alle Feeds liefen ins Leere und spuckten eine Fehlermeldung aus.
  • Alle statischen Seiten, damals ganze zwei, lieferten einen 404-Fehler.
  • Im Adminbereich konnte ich keine Kategorien mehr anlegen, und überhaupt ging nicht mehr viel.

Rückbau mit Hindernissen

Also Rückbau. Schlau, wie ich war, hatte ich vorher von allem ein Backup als XML-Export angelegt, um es notfalls wieder einzuspielen. Und genau so kam es auch: Nach dem Rückbau waren alle Umlaute weg, stattdessen standen da nur noch kryptische Zeichen. Also Backup eingespielt. Ergebnis: Jetzt war alles doppelt da.

Meine größte Sorge war damals, dass auf anderen Seiten, die ich per Pingback angepingt hatte, jetzt ebenfalls Probleme entstehen. Ich hab mir die Daumen gedrückt, wollte notfalls die Jungs und Mädels dort anschreiben und hab weiter aufgeräumt.

Am Ende sah es wieder gut aus. Die Site-Abfrage bei Google wirkte zwar noch etwas komisch, aber ich war zuversichtlich, dass sich das wieder normalisiert. Wie es danach weiterging, kannst du übrigens im Stöckchen-Beitrag zu Google Analytics nachlesen, wo ich ein paar Wochen später schrieb, dass es bei mir gerade erst wieder losgeht.

Ganz durch war ich mit WordPress-Pannen danach übrigens nicht: Knapp ein Jahr später hat mir ein WordPress-Update gleich mehrfach die Datenbank zerschossen.

Was da vermutlich schiefging

Aus heutiger Sicht klingt das nach einer ganzen Kette typischer WordPress-Probleme aus dieser Zeit. Ganz sicher lässt sich das nicht mehr sagen, aber die Symptome passen gut zu diesen Ursachen:

  • Kaputte Feeds: Ein Leerzeichen oder eine Leerzeile vor dem öffnenden PHP-Tag in einer Template- oder Plugin-Datei reicht, und der Feed ist kein gültiges XML mehr. Feedreader und Suchmaschinen steigen dann aus.
  • 404 bei statischen Seiten: Wenn die Umschreiberegeln für die Permalinks durcheinandergeraten, findet WordPress Seiten nicht mehr, obwohl sie in der Datenbank stehen.
  • Zerschossene Umlaute: Der Klassiker schlechthin. Die Datenbank speichert in einem Zeichensatz (oft Latin-1), WordPress liest und schreibt in einem anderen (UTF-8). Schon wird aus einem „ä“ Zeichensalat.
  • Alles doppelt: Ein XML-Import prüft nicht zuverlässig, was schon da ist. Wer ihn auf eine nicht leere Installation loslässt, bekommt schnell Dubletten.

Und die Startseite im Index? Wenn Feeds kaputt sind, Seiten 404 liefern und es Inhalte plötzlich doppelt gibt, hat Google wenig Grund, einer Seite zu vertrauen.

Umlaute heute

Moderne WordPress-Installationen arbeiten durchgehend mit UTF-8, genauer mit der Variante utf8mb4, die auch Emojis speichern kann. Probleme mit Umlauten tauchen heute vor allem beim Umzug alter Datenbanken oder bei falsch eingestellten Exporten auf.

Wenn deine Seite heute nicht im Index ist

Die Site-Abfrage, also site:deinedomain.de bei Google, habe ich damals als Messinstrument benutzt. Das kannst du dir heute sparen, denn die Zahl dort ist nur eine grobe Schätzung. Viel genauer ist die Google Search Console, die bis 2015 Webmaster Tools hieß. So gehst du vor:

  1. Domain in der Search Console bestätigen, falls noch nicht geschehen.
  2. URL-Prüfung nutzen: Gib die Adresse deiner Startseite ein. Google zeigt dir, ob die Seite indexiert ist und, wenn nicht, warum.
  3. Den Bericht zur Seitenindexierung lesen: Dort stehen alle ausgeschlossenen Seiten mit Grund, etwa „Durch noindex-Tag ausgeschlossen“, „Nicht gefunden (404)“ oder „Duplikat“.
  4. In WordPress die Sichtbarkeit prüfen: Unter Einstellungen und Lesen gibt es den Haken „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren“. Der wird gern bei der Einrichtung gesetzt und dann vergessen.
  5. robots.txt kontrollieren, ob dort nicht versehentlich alles gesperrt ist.
  6. Sitemap einreichen: WordPress erzeugt seit Version 5.5 selbst eine unter /wp-sitemap.xml, viele SEO-Plugins bringen eine eigene mit.

Hast du den Fehler behoben, kannst du in der URL-Prüfung die Indexierung neu beantragen. Dann heißt es Geduld haben.

Backups, die wirklich retten

Ein XML-Export ist kein vollständiges Backup. Er enthält Beiträge, Seiten und Kommentare, aber keine Einstellungen, Plugins, Themes oder Medien. Sichere lieber die komplette Datenbank als SQL-Dump plus alle Dateien, und probier das Zurückspielen mindestens einmal auf einer Testinstallation aus. Größere Umbauten machst du am besten gleich auf einer Staging-Kopie statt im laufenden Blog.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis eine neue Seite bei Google auftaucht?

Das reicht von wenigen Stunden bis zu mehreren Wochen. Neue, kaum verlinkte Seiten brauchen meist länger. Eine Sitemap und interne Links helfen, beschleunigen lässt sich das aber nur begrenzt.

Ist die Site-Abfrage bei Google zuverlässig?

Nein. Sie zeigt nur eine ungefähre Auswahl indexierter Seiten. Für verlässliche Aussagen nutzt du den Indexierungsbericht in der Search Console.

Kann ein Template-Wechsel meine Rankings kosten?

Ja, wenn dabei Überschriften, interne Links, strukturierte Daten oder ganze Inhaltsbereiche verschwinden oder die Seite deutlich langsamer wird. Prüf nach jedem größeren Umbau stichprobenartig in der Search Console, ob wichtige Seiten noch sauber indexiert werden.

Mein Fazit

Die Index-Pause von 2007 war im Rückblick hausgemacht: zu viel geschraubt, zu wenig getestet und ein Backup, das keins war. Heute würde ich Umbauten nur noch auf einer Testkopie machen und bei Problemen als Erstes in die Search Console schauen statt auf die Site-Abfrage. Die Daumen drücke ich mir aber trotzdem noch.

Kommentare

Ein Kommentar zu „Mein Blog will nicht mehr in den Index“

  1. […] Mmmh. Mein Blog ist ja noch ziemlich jung und ich habe einiges ausprobiert. Siehe hier: Will nicht in den Index […]

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