Monstertruckfelge, Klappe die Zweite

Zweiter Anlauf für meine 1:5er-Monstertruckfelge: Programm korrigiert, Stern stabil. Dazu: warum Beadlock statt Kleben und wie Aluminium richtig glänzt.

3–4 Minuten

Fünf Tage nach dem Desaster mit dem eindrückbaren Stern war die zweite Monstertruckfelge fertig. Programm angepasst, neu gefräst – und diesmal sah das Ergebnis deutlich besser aus. Hier geht’s um den zweiten Anlauf, um mein Motto „Nie wieder kleben“ und darum, wie du Alufelgen auf Hochglanz bringst.

Programm angepasst, Felge gerettet

Was passiert, wenn man sich im Fräsprogramm verrechnet, habe ich im Beitrag über mein Missgeschick bei der ersten Felge beschrieben: Der Stern ließ sich mit der bloßen Hand eindrücken. So weit kam es diesmal zum Glück nicht.

Nach der Korrektur sah die Felge deutlich besser aus, und diesmal hielt der Stern, was er versprach. Fertig war sie damit aber noch nicht. Es fehlten noch die Besonderheiten, die ich einarbeiten wollte, und ein ordentliches Stück Politur. Danach sollte es ab auf die Piste gehen.

„Nie wieder kleben“

Die vier Felgen sollten etwas Besonderes werden. Mein Motto damals: „Nie wieder kleben.“

Wer RC-Cars fährt, kennt das Problem. Bei den meisten Modellen wird der Reifen mit Sekundenkleber auf die Felge geklebt, damit er bei Vollgas nicht durchrutscht oder von der Felge springt. Das funktioniert, hat aber Nachteile:

  • Ein abgefahrener Reifen lässt sich kaum sauber entfernen. Oft landen Felge und Reifen gemeinsam im Müll.
  • Löst sich die Klebung an einer Stelle, eiert das Rad oder der Reifen schlägt Falten.
  • Wer verschiedene Reifenprofile für unterschiedliche Untergründe fahren will, braucht für jedes Profil eigene Felgen.

Beadlock: klemmen statt kleben

Die Alternative heißt Beadlock. Dabei wird der Reifenwulst, im Englischen „bead“, zwischen Felge und einem äußeren Ring eingeklemmt, der mit vielen kleinen Schrauben festgezogen wird. Kleber braucht es keinen.

Das bringt einige Vorteile:

  • Reifen lassen sich jederzeit wechseln.
  • Die Einlage im Reifen ist zugänglich und kann getauscht werden.
  • Bei großen Maßstäben hält die Verbindung auch hohe Kräfte zuverlässig.

Es gibt aber auch Nachteile: Beadlock-Felgen sind schwerer, haben mehr Teile, und die vielen kleinen Schrauben wollen regelmäßig kontrolliert werden. Bei 1:5er-Modellen und bei Scale-Crawlern sind Beadlocks heute trotzdem weit verbreitet. Bei schnellen 1:10er-Rennautos zählt dagegen jedes Gramm, dort wird nach wie vor meist geklebt.

Wenn doch geklebt wird: so hält es

Reifenwulst und Felgenbett vorher mit Isopropanol entfetten. Den Reifen mit einem Gummiband rundherum in die Felge drücken, damit der Wulst sauber sitzt. Dann dünnflüssigen Sekundenkleber für Reifen in kleinen Portionen in den Spalt laufen lassen, erst innen, dann außen, und jeweils aushärten lassen. Kleine Entlüftungslöcher im Reifen sorgen dafür, dass er beim Einfedern nicht wie ein Ballon reagiert.

Aluminium auf Hochglanz polieren

Bleibt noch die Politur. Aluminium bekommst du mit etwas Geduld auf Spiegelglanz:

  1. Frässpuren und Riefen entfernen. Mit Schleifpapier in steigender Körnung arbeiten, etwa von 400 über 800 und 1.000 bis 2.000. Nass schleifen hilft, das Papier setzt sich weniger zu.
  2. Vorpolieren. Mit einer groben Polierpaste und einer Sisal- oder harten Filzscheibe die Schleifspuren herausarbeiten.
  3. Hochglanz. Mit einer feinen Polierpaste und einer weichen Schwabbelscheibe nacharbeiten, bis die Oberfläche spiegelt.
  4. Reinigen. Pastenreste mit einem fettlösenden Reiniger entfernen.
  5. Schützen. Blankes Aluminium läuft mit der Zeit matt an. Wachs oder Klarlack helfen, dauerhafter ist eine Eloxalschicht.

Vorsicht an der Poliermaschine

Polierscheiben können Werkstücke mit voller Wucht aus der Hand reißen und wegschleudern. Halte das Teil immer so, dass die Scheibe von der Kante wegläuft, nicht in sie hinein. Trag eine Schutzbrille und keine weiten Ärmel, und arbeite nie mit Handschuhen, die sich aufwickeln können.

Was daraus wurde

Die Lust auf gefräste Felgen ist mir geblieben. Gut ein Jahr später gab es von mir einen Satz frisch gefräster und hochglanzpolierter Alufelgen sogar zu gewinnen. Und angefangen hat alles mit den ersten Felgen an meinem 1:10er.

Mein Fazit

Der zweite Anlauf hat gezeigt, dass sich das Nachrechnen lohnt: Die Felge war stabil und sah richtig gut aus. Wenn ich heute neue Felgen für einen großen Maßstab konstruieren würde, würde ich auf Beadlocks setzen. Wer einmal festgeklebte Reifen von einer Felge gepult hat, versteht mein Motto von damals.

Kommentare

6 Kommentare zu „Monstertruckfelge, Klappe die Zweite“

  1. Avatar von Ole

    Verstehe ich das richtig? Du setzt dich an eine CNC-Maschiene und fertigst deine Felgen selber?

    Damit lässt sich bei eBay doch bestimmt ne Menge Schotter verdienen, oder?

  2. Avatar von Patrick
    Patrick

    Jup setze ich mich an eine CNC Maschine. 🙂 Lohnt sich aber nicht die zu verkaufen. 🙂 Zumindest nicht über EBay, wenn man Gewinn erzielen möchte. Als Werbung ist es nicht schlecht.

  3. Avatar von Buck

    Nett!
    Ich habe eine Drehbank und eine Fräsmaschine, vielleicht finden wir da Synergien 🙂

  4. Avatar von Patrick

    Heehee.. Habe ich auch alles da. 🙂 Was haste denn vor?

  5. Avatar von Buck

    Ich baue mir so einen hier:
    http://www.youtube.com/watch?v=DGmqRgjdUYM

    Allerdings ist das Projekt momentan (wie so viele) gerade auf Eis gelegt 🙁

  6. Avatar von Patrick

    🙂 Na ich will erstmal einfach anfangen. So ein „normales“ RC Car wäre schonmal ein Anfang. ^^ Habe aber noch nicht die nötige Technologie für die Bodenplatte. Das wird aber noch alles. Kann sich nur noch um Jahre handeln. LOL Das sind erstmal nur alles gespinnste, ja wenn ich mal Zeit habe…

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