Da hat man seinen ersten eigenen Blog gestartet und fragt sich: Wie mache ich den bekannt? 2008 war die Antwort klar – über die Signatur im Lieblingsforum. Nur klickt kaum jemand auf eine nackte URL unter einem Beitrag. Hier steht, welche Lösung ich damals gefunden habe und wie du heute sinnvoll für deinen Blog wirbst, ohne als Spammer dazustehen.
Das Problem mit der nackten URL
Eine Adresse in die Signatur werfen kann jeder. Sie steht dann unter jedem Beitrag, sieht immer gleich aus und wird nach dem dritten Mal von allen überlesen. Besser wäre es, wenn die Signatur zeigt, was gerade Neues im Blog steht. Aber die Signatur jedes Mal von Hand an den aktuellen Beitrag anpassen? Wer macht das denn? Viel zu aufwändig.
Die Lösung: ein Bild, das sich selbst aktualisiert
Bei Internetmarketing-News wurde ich zum ersten Mal fündig. Dort gab es ein kleines WordPress-Tool namens rrsPlusWP2image 0.3. Das Prinzip war genial einfach: Ein Skript erzeugt eine Grafik mit den Titeln deiner neuesten Beiträge. Die bindest du als Bild in die Forensignatur ein, und jedes Mal, wenn jemand deinen Forenbeitrag liest, holt sich das Forum die aktuelle Version.
Das Schöne an dieser Variante war, dass sie auch mit dem RSS-Feed funktionierte und nicht direkt die Datenbank abfragen musste. Damit lief sie auch bei Blogs, an deren Datenbank man nicht herankam. Weiterentwickelt wurde das Tool allerdings vermutlich nicht mehr.
Wer ein paar Spielereien mehr wollte, konnte bei smarty vorbeischauen. Sein Plugin LastPosts2Pic baute auf Jojos Vorlage auf und sah ziemlich gut aus. Für diesen Blog war es zwar nicht wirklich zu gebrauchen, aber ich wollte es anderweitig einbinden. Danke an euch beide!
Wie so eine Signaturgrafik funktioniert
Technisch steckt dahinter meist ein PHP-Skript mit einer Grafikbibliothek wie GD. Es liest den Feed oder die Datenbank aus, schreibt die Beitragstitel auf ein Hintergrundbild und liefert das Ergebnis als PNG oder GIF aus. Im Forum steht nur ein normaler Bild-Tag, der auf das Skript zeigt. Ein Zwischenspeicher sorgt im Idealfall dafür, dass der Server nicht bei jedem Seitenaufruf neu rechnen muss.
Was davon heute noch funktioniert
Die Plugins von damals sind längst Geschichte und würden mit aktuellen WordPress-Versionen kaum noch laufen. Auch das Prinzip hat es heute schwerer:
- Viele Foren schränken Signaturen ein. Oft dürfen erst Mitglieder mit einer gewissen Zahl an Beiträgen überhaupt Links oder Bilder in die Signatur setzen, manche zeigen Signaturen nur noch eingeloggten Nutzern.
- Externe Bilder sind ein Datenschutzthema. Jedes eingebundene Bild von einem fremden Server übermittelt dem Betreiber die IP-Adresse des Lesers. Viele Foren laden externe Bilder deshalb nur noch über einen eigenen Proxy oder verbieten sie ganz.
- Signaturlinks bringen fürs Ranking nichts. Die meisten Foren versehen sie mit
nofollowoderugc, und Google nennt Forenbeiträge mit optimierten Links in der Signatur ausdrücklich als Beispiel für Linkspam. - Die Leute sind weitergezogen. Viele Diskussionen, die früher in Foren stattfanden, laufen heute auf Reddit, in Discord-Servern oder in Facebook-Gruppen. Fachforen gibt es aber weiterhin, gerade in Nischen wie Modellbau oder Oldtimer-Mopeds.
Wie schnell Signaturen und Forenbeiträge zur reinen Werbefläche verkommen, habe ich als Forenbetreiber übrigens selbst erlebt. Die Spammer, die bei mir aufschlugen, habe ich im Beitrag Woran erkennt man einen menschlichen Foren-Spammer? beschrieben.
So machst du deinen Blog heute bekannt
Eine dezente Signatur mit einem Link zum Blog ist in vielen Foren weiterhin okay. Viel mehr bringt aber, was dahinter passiert:
- Sei hilfreich, nicht laut. Beantworte Fragen in Foren und Communitys ausführlich. Wenn ein Artikel von dir genau zur Frage passt, verlinke ihn – einmal, mit Begründung, nicht unter jedem Beitrag.
- Halte dich an die Regeln. Viele Communitys haben feste Regeln zur Eigenwerbung. Lies sie, bevor du postest.
- Pflege deinen RSS-Feed. Feedreader sind nie ganz verschwunden, und viele Stammleser folgen Blogs genau so.
- Biete einen Newsletter an, wenn du regelmäßig schreibst. Eine E-Mail gehört deinem Leser und keinem Algorithmus.
- Nutze Social Media dort, wo deine Zielgruppe ist, ob Mastodon, Bluesky, Instagram oder eine Facebook-Gruppe zu deinem Hobby.
- Schau in die Google Search Console. Dort siehst du, mit welchen Suchanfragen Leute zu dir finden, und kannst gezielt nachlegen.
Signatur mit Stil
Wenn du eine Signatur nutzt, halte sie kurz: ein Satz, worum es in deinem Blog geht, und ein Link. Ein wechselnder Hinweis auf deinen neuesten Beitrag ist nett, aber kein Muss. Wichtiger ist, dass deine Forenbeiträge selbst etwas taugen. Dann klicken die Leute ganz von allein.
Was aus meinem Blog wurde
Ich war damals ziemlich experimentierfreudig, habe Plugins ausprobiert und für Jena News eine ganze Liste davon zusammengetragen. Zwei Monate nach diesem Beitrag habe ich dann erst einmal einen Schlussstrich gezogen und den Blog offiziell aufgegeben. Ganz losgekommen bin ich davon, wie du siehst, trotzdem nicht.
Mein Fazit
Die selbst aktualisierende Signaturgrafik war 2008 eine richtig pfiffige Idee und hat mir gezeigt, wie viel man mit RSS anstellen kann. Heute würde ich keine Energie mehr in Signaturen stecken, sondern in gute Antworten und einen ordentlichen Feed. Werbung für den eigenen Blog funktioniert am besten, wenn sie gar nicht nach Werbung aussieht.
Schreibe einen Kommentar