Die Adventures of the Galaxy Rangers geisterten mir schon seit geraumer Zeit im Kopf herum. Früher habe ich alles stehen und liegen lassen, wenn es wieder Zeit wurde, die Galaxis vom ganzen Unrat zu befreien. Vor allem der Kampf gegen die Kronenkönigin war jedes Mal ein Highlight. 2008 habe ich mir die Serie endlich wieder vorgenommen – hier steht, warum, worum es geht und was heute über die Serie bekannt ist.
Wie kam ich auf die DVD-Box?
Erst meine Freundin brachte mich auf die Idee, doch einfach mal nach einer DVD-Box zu den Galaxy Rangers zu googeln. Der Schock war groß, als ich Preise von bis zu 250 Euro las, um alle Folgen zu besitzen. Ein wenig wehleidig habe ich mir dann auf YouTube die kurzen Ausschnitte angesehen, die es damals gab. Die sind inzwischen übrigens längst verschwunden.
Denn eine Frage ließ mich seit der Kindheit nicht los: Was passiert mit der Ehefrau von Captain Zachary Foxx? Kommt sie frei, oder bleibt sie für immer eine Trophäe in den Händen der Kronenkönigin? Diese Information ist mir damals irgendwie nie vermittelt worden – man könnte es beinahe ein Kindheitstrauma nennen. Alle paar Jahre kam die Frage wieder hoch, und im Internet fand ich nichts dazu. Mit den 65 Folgen konnte ich die ganze Geschichte endlich noch einmal mit meinem gealterten Hirn aufarbeiten.
Worum geht es bei den Galaxy Rangers?
Für alle, die es nicht kennen: Die Geschichte spielt im Jahr 2086, die Serie erschien genau hundert Jahre früher, 1986. Zwei friedliche Außerirdische von den Planeten Andor und Kirwin suchen auf der Erde Verbündete gegen ein expandierendes Imperium. Als Gegenleistung bekommt die Menschheit die Pläne für einen Hyperantrieb und kann damit zu den Sternen aufbrechen. Wenn ich mal einen übrig habe, verschenke ich auch so was.
Das Imperium wird von der Kronenkönigin beherrscht, einer grausamen Herrscherin, die anderen Wesen die Lebensenergie entzieht. Gleich zu Beginn entführt sie Eliza Foxx, die Frau von Captain Zachary Foxx, und zapft ihr über einen Psychokristall die Lebensenergie ab. Foxx selbst trägt seit einer schweren Verletzung auf der linken Körperhälfte bionische Ersatzteile.
Damit ist klar: Ein neuer, kaum zu bändigender Feind ist im Anmarsch. Für den Fall der Fälle wird eine schlagkräftige Truppe aus dem Boden gestampft – die Galaxy Rangers. Sie gehören zur Erdorganisation BETA und sollen in den neuen Kolonien jenseits der Grenze für Recht und Ordnung sorgen. Ein Weltraum-Western, wie er im Buche steht.
Wer sind die vier Rangers?
- Captain Zachary Foxx: der Anführer, halb Mensch, halb Bionik.
- Shane „Goose“ Gooseman: ein genetisch erschaffener Supersoldat, dessen Körper sich an fast jede Situation anpassen kann.
- Walter „Doc“ Hartford: Computergenie und Schwertkämpfer, der Technik per Implantat steuert.
- Niko: Archäologin mit übersinnlichen Fähigkeiten wie Schutzschilden und Telekinese.
Am coolsten war für mich immer Goose. Für ihn war alles möglich – ohne viel nachzudenken mitten durch. Dazu kommt seine Hintergrundgeschichte: Er ist der einzige seiner Art, der einem Gas entgangen ist, das die anderen Supertrooper mutieren ließ. Ein Einzelgänger mit Vergangenheit, der trotzdem für die gute Seite kämpft – mehr Coolness ging für ein Kind vor dem Fernseher kaum.
Ein Stück 80er-Jahre-Fernsehgeschichte
Die Galaxy Rangers sind eine amerikanische Produktion, gezeichnet wurde aber in Japan beim Animationsstudio Tokyo Movie Shinsha. Daher kommt der Look, der für einen US-Cartoon dieser Zeit erstaunlich nach Anime aussieht. Erfunden hat die Serie Robert Mandell. In den USA liefen die 65 Folgen der einzigen Staffel zwischen September und Dezember 1986.
Die Zahl 65 ist übrigens kein Zufall. Viele Zeichentrickserien der Achtziger wurden nicht für ein großes Network produziert, sondern direkt an lokale Fernsehsender verkauft, die sie werktags ausstrahlten. 65 Folgen reichten genau für 13 Wochen mit je fünf Sendetagen, danach konnte die Staffel von vorn beginnen. Auch andere Serien dieser Zeit kamen deshalb auf genau 65 Episoden. Lief eine Serie nicht gut genug, war nach dieser einen Staffel Schluss, egal ob die Geschichte zu Ende erzählt war oder nicht.
In Deutschland war die Serie ab April 1990 auf Tele 5 zu sehen. Wer damals in den Neunzigern vor dem Fernseher saß, erinnert sich vermutlich an die Mischung aus Western, Science-Fiction und erstaunlich ernsten Themen für eine Kinderserie.
Was wird aus Eliza?
Keine Sorge, ich spoilere nicht komplett. Nur so viel: Die Rangers kommen Eliza im Lauf der Serie durchaus näher. Eine zweite Staffel, die alle offenen Fäden hätte zusammenführen können, gab es aber nie. Wer die ganze Antwort will, muss sich die Folgen schon selbst anschauen.
Was ist aus der DVD-Box geworden?
In Deutschland hat das Label KSM die Serie ab 2005 zunächst in Einzelvolumes herausgebracht. Im Juni 2008 – also genau zu der Zeit, als ich mich so über die Preise geärgert habe – erschien dann eine Komplettbox mit allen 65 Folgen. 2012 folgte noch eine Blu-ray, allerdings nur in Standardauflösung.
Wie es heute um die Verfügbarkeit steht, lässt sich nicht verlässlich sagen. Lizenzen bei Streamingdiensten wechseln häufig, und ältere DVD-Ausgaben sind oft nur noch gebraucht zu bekommen. Wenn du die Serie sehen willst, schau am besten selbst bei den gängigen Anbietern nach.
Mehr Science-Fiction-Nostalgie gibt es hier im Blog übrigens beim Star Trek Audioplayer, und wer lieber selbst gegen Außerirdische kämpft, schaut bei Turrican 3 für den C64 vorbei.
Nun muss ich aber weiter – die DVD ist schon eingelegt.
Mein Fazit
Die Galaxy Rangers haben mich als Kind gepackt und 2008 ein zweites Mal. Die Mischung aus Western und Weltraum, ein Team mit echten Ecken und Kanten und eine Bösewichtin, die wirklich Angst macht, ist einfach gut gealtert. Für mich bleibt sie eine der besten Zeichentrickserien der Achtziger.
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