Ich war bei der allerersten Games Convention dabei, die es je gab – 2002 in Leipzig. Und bei der zweiten gleich noch mal. Beeindruckt hat mich das damals ehrlich gesagt wenig. 2007 hab ich die GC dann nur noch über ein Video im Netz verfolgt, und der Titel dieses Beitrags verrät, worum es darin ging. Hier geht es um die Geschichte der Games Convention und darum, was aus ihr geworden ist.
Meine Games Conventions: eher ernüchternd
Hängen geblieben ist vor allem eine Szene: Bei der zweiten GC hätte mich Molla beinahe angespuckt. Ansonsten blieb ein eher ernüchternder Eindruck zurück, weil einfach nicht viel los war.
Das darf man der jungen Messe nicht übel nehmen. Die erste Games Convention fand vom 29. August bis 1. September 2002 statt, rund 80.000 Besucher kamen. Für den Anfang war das ordentlich, mit dem Gedränge späterer Jahre aber nicht zu vergleichen.
2007: das Video mit den Rundungen
Fünf Jahre später war die GC längst ein Großereignis, und im Netz kursierten jede Menge Videos von der Messe. Eines davon hatte ich bei gamequickie gefunden, und das ließ schon tief blicken – um Spiele ging es darin eher nicht. Gefallen hat mir damals übrigens auch der Blog selbst.
Das Video und den Blogbeitrag gibt es längst nicht mehr. Es war als Flash eingebettet, und Flash ist seit Ende 2020 Geschichte. Aus heutiger Sicht ist das auch kein Verlust: Auf einer Spielemesse sollten die Spiele im Mittelpunkt stehen und nicht die Leute, die an den Ständen für Fotos posieren müssen.
Von Leipzig nach Köln: wie aus der GC die gamescom wurde
Die Games Convention wuchs Jahr für Jahr. 2008 kamen laut Veranstalter rund 203.000 Besucher, über 500 Aussteller verteilten sich auf 115.000 Quadratmeter. Leipzig stieß damit an Grenzen, vor allem bei den Hotels in Stadt und Umland, die zur Messezeit komplett ausgebucht waren. Der Branchenverband entschied sich für einen Neustart in Köln.
2009 fand dort die erste gamescom statt, und die zog gleich 245.000 Besucher an. Die Marke Games Convention blieb in Leipzig, die große Publikumsmesse aber war weg. Für Sachsen war das bitter, für die Branche ein Sprung nach vorn.
| Jahr | Messe | Besucher (laut Veranstalter) |
|---|---|---|
| 2002 | Games Convention, Leipzig | rund 80.000 |
| 2008 | Games Convention, Leipzig | rund 203.000 |
| 2009 | gamescom, Köln | rund 245.000 |
| 2019 | gamescom, Köln | rund 373.000 (Rekord) |
| 2025 | gamescom, Köln | rund 357.000 |
Die gamescom heute
Aus der kleinen Leipziger Messe ist eine der größten Spielemessen der Welt geworden. 2025 kamen rund 357.000 Besucher aus 128 Ländern, die Ausstellungsfläche lag bei 233.000 Quadratmetern. 2026 meldeten die Veranstalter erstmals über 1.700 Aussteller, die Fläche war komplett ausgebucht. Rund 70 Prozent der Aussteller kommen inzwischen aus dem Ausland.
Dazu kommt das Drumherum. Die Opening Night Live am Vorabend ist zu einer der wichtigsten Showbühnen für Spielankündigungen geworden und wird weltweit gestreamt. 2025 zählten die Veranstalter dafür 72 Millionen Abrufe. Viele schauen sich die gamescom inzwischen lieber am Bildschirm an als in der Halle.
Wenn du selbst zur gamescom willst
- Kauf deine Tickets früh online. Beliebte Tage sind schnell ausverkauft.
- Unter der Woche ist es spürbar entspannter als am Wochenende.
- Plane für die großen Titel lange Wartezeiten ein. Neue Spiele anspielen kostet oft eine Stunde und mehr.
- Nimm Wasser, Snacks und eine Powerbank mit, das Messeessen ist teuer.
- Ankündigungen und Trailer siehst du per Stream ohnehin. Nutze die Zeit vor Ort lieber für Indie-Bereiche und Retro-Ecken.
Was bleibt aus Leipziger Zeiten?
Für mich bleibt die Games Convention ein Stück Ostgeschichte im Zocker-Kosmos. Eine Spielemesse, die in Sachsen anfing und groß genug wurde, um nach Köln abzuwandern – das hätte 2002 kaum jemand erwartet. Und die Retro-Szene, aus der Projekte wie Hurrican als Hommage an Turrican kamen, lebt bis heute – auf Messen, in Foren und auf unzähligen Bastlertischen.
Mein Fazit
Meine ersten Games Conventions waren eher ernüchternd, aber ich war von Anfang an dabei – darauf bin ich ein bisschen stolz. Dass daraus die gamescom geworden ist, finde ich beeindruckend, auch wenn ich Leipzig als Standort ein wenig nachtrauere. Wenn du hinwillst: unter der Woche gehen und viel Geduld mitbringen.
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