Wände und Decken selbst zu streichen gehört zu den beliebtesten Renovierungsarbeiten im eigenen Zuhause – und das aus gutem Grund: Mit der richtigen Vorbereitung, dem passenden Material und einer durchdachten Technik können selbst Laien professionelle Ergebnisse erzielen. Ob beim Umzug in eine neue Wohnung, bei der Renovierung einzelner Räume oder einfach zur optischen Auffrischung – das Streichen von Wänden und Decken spart nicht nur Geld, sondern gibt auch die Möglichkeit, die eigenen vier Wände ganz nach persönlichem Geschmack zu gestalten. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige: vom benötigten Material über die richtige Vorbereitung bis hin zu bewährten Streichtechniken, die Ihnen Frust ersparen und zu einem gleichmäßigen, streifenfreien Ergebnis führen.
Das richtige Material zum Streichen – Ihre Einkaufsliste
Eine gründliche Materialvorbereitung ist der Schlüssel zum Erfolg. Nichts ist frustrierender, als mitten in der Arbeit festzustellen, dass wichtiges Werkzeug fehlt. Hier finden Sie eine detaillierte Übersicht über alles, was Sie benötigen.
Wandfarbe
Verbrauch: Ca. 150-190 ml/m² pro Anstrich
Faustregel: 10 Liter reichen für etwa 50-65 m²
Wählen Sie hochwertige Dispersionsfarbe mit mindestens Klasse 2 (besser Klasse 1) für gutes Deckvermögen. Für Feuchträume empfiehlt sich spezielle Badfarbe mit Anti-Schimmel-Zusatz.
Pinsel & Roller
Flächenroller: 18-25 cm Breite mit 12-18 mm Florhöhe
Heizkörperroller: Schmaler Roller für schwer zugängliche Stellen
Pinsel: 50-70 mm für Ecken und Kanten
Teleskopstange (2-4 Meter) spart Leiter und schont den Rücken!
Hilfsmittel
Abstreifgitter: Zum gleichmäßigen Verteilen der Farbe
Farbwanne: Mindestens für Roller geeignet
Rührstab: Zum gründlichen Aufrühren der Farbe
Malerkrepp: Hochwertiges Klebeband (50-60 mm breit)
Abdeckmaterial
Malerfolie: Mindestens 50 μm stark (0,05 mm)
Malervlies: Für Böden besser als Folie, da rutschfest
Abdeckfolie: Für Möbel und größere Gegenstände
Pro Raum rechnen Sie mit 2-3 Rollen à 50 m²
💡 Farbbedarfsrechnung leicht gemacht
Formel für Wandfläche:
Beispiel: Raum 4m × 5m mit 2,5m Höhe
Abzüge: Türen (ca. 2 m²) und Fenster (je ca. 1,5 m²) abziehen. Bei zwei Anstrichen Ergebnis verdoppeln!
Sicherheitspuffer: Immer 10-15% mehr Farbe kaufen – besser zu viel als zu wenig!
Vorbereitung – Der unterschätzte Erfolgsfaktor
Die Vorbereitung nimmt etwa 60-70% der Gesamtarbeitszeit ein – und das zu Recht! Eine sorgfältige Vorbereitung verhindert spätere Nacharbeiten und sorgt für ein professionelles Endergebnis.
Schritt-für-Schritt: Den Raum vorbereiten
Entfernen Sie alle beweglichen Möbel vollständig aus dem Raum. Was nicht transportiert werden kann, stellen Sie in die Raummitte und decken es großzügig ab. Vergessen Sie nicht, Bilder, Regale und Vorhänge abzunehmen.
Schalten Sie die Sicherung für den Raum aus! Schrauben Sie Steckdosenabdeckungen und Lichtschalter ab (nicht die Elektronik selbst!). Kleben Sie die Löcher mit Malerkrepp ab.
Entfernen Sie lose Tapetenreste, Spinnweben und Staub mit einem Besen oder Staubsauger. Bessern Sie Risse und Löcher mit Spachtelmasse aus. Nach dem Trocknen (4-6 Stunden) die Stellen leicht anschleifen.
Legen Sie Malervlies oder -folie auf dem gesamten Fußboden aus und fixieren Sie die Ränder mit Malerkrepp. Kleben Sie Fußleisten sorgfältig ab – hier zeigen sich später Unsauberkeiten am deutlichsten!
Kleben Sie alle Kanten zwischen Wand und Decke, Fenster- und Türrahmen sowie Lichtschalter ab. Drücken Sie das Klebeband fest an, damit keine Farbe darunter läuft. Verwenden Sie hochwertiges Malerkrepp!
✓ Vorbereitungs-Checkliste
- Alle Möbel ausgeräumt oder abgedeckt
- Strom abgeschaltet, Schalter und Steckdosen abgeklebt
- Wände und Decken entstaubt, Spinnweben entfernt
- Löcher und Risse gespachtelt und geschliffen
- Boden vollständig mit Vlies/Folie ausgelegt
- Fußleisten, Türrahmen, Fensterrahmen abgeklebt
- Übergänge zwischen Wand und Decke abgeklebt
- Heizkörper abgeklebt oder abmontiert
- Gute Beleuchtung vorhanden (Baustrahler)
- Ausreichend Farbe und Material bereitgestellt
Die richtige Streichreihenfolge – So vermeiden Sie Anfängerfehler
Die Reihenfolge beim Streichen ist entscheidend für ein gleichmäßiges Ergebnis ohne Ansätze, Streifen oder Farbnasen. Folgen Sie dieser bewährten Vorgehensweise, die Profimaler seit Jahrzehnten anwenden.
🎯 Die goldene Regel: Immer von oben nach unten!
Arbeiten Sie sich systematisch von der Decke zu den Wänden und dann zum Boden vor. So fallen Farbspritzer auf noch nicht gestrichene Flächen und können einfach mit überstrichen werden. Umgekehrt würden Sie frisch gestrichene Bereiche beschädigen.
Phase 1: Ecken und Kanten vorstreichen
Bevor Sie große Flächen streichen, müssen alle Ecken, Kanten und Übergänge sorgfältig mit dem Pinsel vorgearbeitet werden. Dieser Schritt wird „Kanten legen“ genannt.
🖌️ Technik: Kanten richtig streichen
Deckenkanten
So geht’s richtig: Streichen Sie einen 5-8 cm breiten Streifen entlang der Kante zwischen Wand und Decke. Arbeiten Sie in kurzen Bahnen (50-80 cm) und halten Sie den Pinsel in einem 45-Grad-Winkel.
Wichtig: Streichen Sie NICHT direkt an der Kante entlang! Setzen Sie den Pinsel etwa 2-3 cm von der Kante entfernt an und streichen Sie zur Kante hin. So verhindern Sie, dass Farbe über die Kante läuft oder unter das Klebeband kriecht.
Ecken und Winkel
Für Innenecken verwenden Sie einen kleineren Pinsel (30-50 mm). Streichen Sie beide Seiten der Ecke in Richtung der Ecke, nicht aus der Ecke heraus. Bei Außenecken arbeiten Sie von beiden Seiten zur Kante hin.
Fenster und Türrahmen
Umranden Sie alle Rahmen mit einem 5 cm breiten Streifen. Besonders sorgfältig arbeiten, da Ungenauigkeiten hier sofort auffallen. Lassen Sie das Malerkrepp noch nicht ab – erst nach dem zweiten Anstrich!
Phase 2: Deckenfläche streichen
Nach dem Kanten legen beginnen Sie mit der Deckenfläche. Die Decke ist die anspruchsvollste Fläche, da Sie gegen die Schwerkraft arbeiten und die Beleuchtung später jeden Fehler zeigt.
📐 Die Kreuzstreich-Methode für professionelle Ergebnisse
Erster Durchgang: Kreuzweise streichen
Schritt 1: Teilen Sie die Decke gedanklich in Bahnen von ca. 1 Meter Breite ein.
Schritt 2: Tragen Sie die Farbe zunächst quer zur Lichtrichtung (meist quer zum Fenster) in W- oder M-förmigen Bewegungen auf. Üben Sie dabei mäßigen Druck aus.
Schritt 3: Verteilen Sie die Farbe sofort mit Längsbewegungen (parallel zum Fenster). Der Roller sollte dabei weniger Farbe haben – rollen Sie ihn vorher am Gitter ab.
Zweiter Durchgang: Finaler Längsschliff
Rollen Sie die Fläche abschließend mit fast leerem Roller in langen, gleichmäßigen Bahnen parallel zum Lichteinfall (zum Fenster hin). Setzen Sie jeweils am Anfang der Bahn an, nicht mittendrin. So vermeiden Sie Ansätze und Streifen.
Phase 3: Wandflächen streichen
Nach dem vollständigen Trocknen der Decke (mindestens 4-6 Stunden, besser über Nacht) folgen die Wände nach dem gleichen Prinzip wie bei der Decke.
Wandstreichreihenfolge
Streichen Sie alle Wandecken, den Übergang zur Decke (falls noch nicht geschehen), Fußleisten, Türrahmen und Fensterrahmen mit dem Pinsel vor. Arbeiten Sie sorgfältig – diese Bereiche fallen am meisten auf.
Beginnen Sie an der vom Fenster am weitesten entfernten Ecke. Streichen Sie in senkrechten Bahnen von ca. 60 cm Breite. Verwenden Sie auch hier die Kreuzstreich-Methode: erst W-förmig auftragen, dann quer verteilen, zum Schluss senkrecht von oben nach unten in langen Bahnen abziehen.
Überlappen Sie die Bahnen um 5-10 cm, damit keine Ansätze entstehen. Arbeiten Sie zügig und ohne lange Pausen. Der Rand der vorherigen Bahn muss noch feucht sein, wenn Sie die nächste beginnen.
Streichen Sie Wand für Wand komplett fertig, nicht alle Wände gleichzeitig. Empfohlene Reihenfolge: Fensterseite → Seitenwände → Türseite. So arbeiten Sie sich zur Tür hin und können den Raum verlassen, ohne über gestrichene Flächen zu müssen.
Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
❌ Zu wenig Farbe auf dem Roller
Führt zu ungleichmäßigem Auftrag und Streifen. Der Roller sollte gut getränkt, aber nicht tropfend sein. Am Abstreifgitter überschüssige Farbe entfernen.
❌ Zu viel Druck beim Rollen
Verursacht Spritzer und presst zu viel Farbe heraus. Lassen Sie den Roller leicht über die Fläche gleiten. Der Rollwiderstand gibt die richtige Intensität vor.
❌ Klebeband zu spät entfernen
Trockene Farbe reißt beim Abziehen ein und hinterlässt unsaubere Kanten. Entfernen Sie Malerkrepp 10-15 Minuten nach dem Streichen, wenn die Farbe noch feucht ist, aber nicht mehr verläuft.
❌ Schlechte Beleuchtung
Führt dazu, dass ausgelassene Stellen oder ungleichmäßiger Auftrag übersehen werden. Nutzen Sie helles Arbeitslicht aus verschiedenen Winkeln. Ein Baustrahler kostet 15-20 Euro und zahlt sich aus.
❌ Zu früher zweiter Anstrich
Die erste Schicht muss vollständig durchgetrocknet sein (mindestens 4-6 Stunden, besser 12-24 Stunden). Bei zu frühem Überstreichen löst sich die erste Schicht ab und es entstehen Flecken.
❌ Farbe nicht aufgerührt
Setzen sich Pigmente am Boden ab, wird die Farbe oben wässrig und unten zu dickflüssig. Immer gründlich aufrühren – auch bei „rührfreier“ Farbe zur Sicherheit!
Der zweite Anstrich – Der Feinschliff
Bei den meisten Farben ist ein zweiter Anstrich notwendig, um volle Deckkraft zu erreichen. Besonders beim Überstreichen von dunklen Farben mit hellen Tönen oder bei farbigen Wänden ist der zweite Durchgang unverzichtbar.
- Die alte Wandfarbe schimmert noch durch
- Die Farbdeckung ist ungleichmäßig oder fleckig
- Sie streichen über eine dunkle Farbe mit einer hellen
- Sie verwenden eine günstige Farbe mit geringer Deckkraft (Klasse 3 oder 4)
- Der Untergrund war stark saugend (neu verputzte Wände)
Vorgehensweise beim zweiten Anstrich
Gehen Sie beim zweiten Durchgang genauso systematisch vor wie beim ersten:
Ablauf Zweitanstrich
- Mindestens 6-12 Stunden Trocknungszeit abwarten (je nach Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit)
- Prüfen Sie die Oberfläche auf vollständige Trocknung – sie darf nicht mehr kühl anfühlen
- Erneut Kanten mit Pinsel vorstreichen (meist dünner als beim ersten Mal)
- Flächen mit gleicher Technik rollen: Kreuzstreich-Methode verwenden
- Der zweite Anstrich geht deutlich schneller, da der Untergrund nicht mehr saugt
- Klebeband 10-15 Minuten nach dem letzten Pinselstrich abziehen
Nachbereitung – Die letzten Schritte zum perfekten Ergebnis
Nach dem Streichen
Ziehen Sie Malerkrepp im 45-Grad-Winkel ab, nicht im rechten Winkel. Das verhindert Ausrisse. Beginnen Sie in einer Ecke und ziehen Sie in einem gleichmäßigen Zug. Falls sich Farbe schon zu stark verfestigt hat, schneiden Sie die Kante vorsichtig mit einem Cuttermesser an.
Übergelaufene Farbe an Steckdosen, Schaltern oder Leisten sofort mit einem feuchten Tuch entfernen. Bei bereits getrockneter Farbe hilft ein Spachtel oder bei empfindlichen Oberflächen ein spezieller Farbentferner.
Reinigen Sie Pinsel und Roller sofort nach Gebrauch gründlich unter fließendem Wasser. Drücken Sie Wasser durch die Borsten/den Flor, bis es klar bleibt. Bei Pausen wickeln Sie das Werkzeug in Folie ein, damit es nicht antrocknet.
Verschließen Sie Farbtöpfe luftdicht und lagern Sie sie frostfrei bei 5-25°C. Notieren Sie Raum, Farbe und Datum auf dem Deckel. So können Sie später punktuell nachbessern. Richtig gelagerte Farbe hält 1-2 Jahre.
Sorgen Sie für gute Durchlüftung, aber vermeiden Sie Zugluft direkt auf frisch gestrichene Flächen. Ideal: Stoßlüften alle 2-3 Stunden für 10 Minuten. Die Farbe sollte 24-48 Stunden durchtrocknen, bevor Sie Möbel an die Wand stellen.
Optimale Arbeitsbedingungen schaffen
Temperatur und Luftfeuchtigkeit haben großen Einfluss auf das Streichergebnis. Die idealen Bedingungen für Malerarbeiten:
🌡️ Ideale Raumbedingungen
- Temperatur: 15-25°C (nicht unter 10°C, nicht über 30°C)
- Luftfeuchtigkeit: 40-60% (unter 80%)
- Beleuchtung: Mindestens 500 Lux, besser 1000+ Lux
- Belüftung: Gut belüftet, aber keine direkte Zugluft auf nasse Farbe
Warum ist das wichtig? Bei zu niedrigen Temperaturen trocknet die Farbe zu langsam und kann Wasserflecken bilden. Bei zu hohen Temperaturen trocknet sie zu schnell, wodurch Ansätze und Streifen entstehen. Zu hohe Luftfeuchtigkeit verzögert die Trocknung erheblich.
Spezialfälle meistern
Stark saugende Untergründe
Neu verputzte Wände, Gipskarton oder alte, nicht grundierte Tapeten saugen Farbe sehr stark auf. Hier hilft eine Grundierung vor dem ersten Anstrich. Alternativ verdünnen Sie den ersten Anstrich mit 5-10% Wasser – das wird aber nur bei hochwertiger Farbe empfohlen.
Dunkle Farben überstreichen
Beim Überstreichen von dunklen Wänden mit hellen Farben sind oft 2-3 Anstriche nötig. Eine spezielle Isolier- oder Deckgrundierung kann einen Anstrich sparen und ist bei großen Farbunterschieden empfehlenswert.
Nikotinverfärbte Wände
Stark vergilbte oder durch Nikotin verfärbte Wände erst mit Sperrgrund oder Isolierfarbe streichen. Normale Wandfarbe würde die gelben Verfärbungen nicht dauerhaft abdecken – sie schlagen nach einigen Wochen wieder durch.
Feuchte Räume (Bad, Küche)
Verwenden Sie spezielle Feuchtraumfarbe mit fungiziden Zusätzen. Diese verhindert Schimmelbildung und ist abriebfester als normale Wandfarbe. In Spritzwasserbereichen (Dusche, hinter Spüle) ist Farbe generell nicht geeignet – hier sollten Fliesen verwendet werden.
Kostenübersicht – Was kommt auf Sie zu?
💰 Beispielkalkulation für einen 20 m² Raum (Decke + 4 Wände, 2,5m Höhe)
Flächenberechnung:
Materialbedarf (2 Anstriche):
- Farbe: 65 m² × 0,18 L/m² × 2 = ca. 24 Liter → 3× 10L-Eimer = 60-120 €
- Malerrolle + 2 Ersatzroller: 15-25 €
- Pinselset: 10-20 €
- Teleskopstange: 15-30 €
- Abdeckmaterial (Vlies/Folie): 15-25 €
- Malerkrepp: 8-15 €
- Farbwanne + Abstreifgitter: 5-10 €
Gesamtkosten Material: 128-245 €
Zum Vergleich: Malerbetrieb würde für den gleichen Raum 400-800 € berechnen (je nach Region und Aufwand).
Zeitplanung – Wie lange dauert das Streichen?
- Vorbereitung (Abkleben, Abdecken): 1-2 Stunden
- Erster Anstrich (Kanten + Flächen): 2-3 Stunden
- Trocknungszeit: 6-12 Stunden (über Nacht)
- Zweiter Anstrich: 1,5-2 Stunden
- Trocknungszeit: 6-12 Stunden
- Nachbereitung: 30-60 Minuten
Gesamt: 2-3 Tage (bei normalen Bedingungen und ohne Komplikationen)
Einsteiger sollten 50% mehr Zeit einplanen. Mit Übung werden Sie deutlich schneller!
Fazit: Mit System zum Erfolg
Das Streichen von Wänden und Decken ist keine Hexerei – es erfordert lediglich sorgfältige Vorbereitung, das richtige Material und eine systematische Vorgehensweise. Die wichtigsten Erfolgsfaktoren noch einmal zusammengefasst:
🎯 Die 10 goldenen Regeln
- Investieren Sie Zeit in die Vorbereitung – 60% der Arbeit, 90% des Erfolgs
- Kaufen Sie hochwertige Farbe – Klasse 1 oder 2 spart den dritten Anstrich
- Arbeiten Sie von oben nach unten – Decke zuerst, dann Wände
- Kanten immer vorstreichen – Nie mit dem Roller in Ecken arbeiten
- Nutzen Sie die Kreuzstreich-Technik – Für gleichmäßige Ergebnisse ohne Streifen
- Arbeiten Sie nass in nass – Ohne Pausen pro Fläche für ansatzfreie Ergebnisse
- Klebeband rechtzeitig entfernen – Während die Farbe noch leicht feucht ist
- Gönnen Sie der Farbe Zeit zum Trocknen – Geduld zahlt sich aus
- Sorgen Sie für gute Beleuchtung – Sie sehen Fehler sofort und können korrigieren
- Zweiter Anstrich ist Standard – Planen Sie ihn von Anfang an ein
Mit dieser Anleitung und etwas Übung werden Sie beim nächsten Umzug oder bei der nächsten Renovierung professionelle Ergebnisse erzielen. Der erste Raum mag noch herausfordernd sein, aber bereits beim zweiten Projekt werden Sie deutlich routinierter arbeiten. Und wer weiß – vielleicht macht es Ihnen sogar Spaß und Sie entdecken eine neue handwerkliche Begabung!
Denken Sie daran: Selbst Profimaler haben klein angefangen. Der Unterschied liegt nicht im Talent, sondern in der Systematik, der Geduld und der Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen. Also: Ärmel hochkrempeln, Material besorgen und loslegen!
Wie viel Farbe benötige ich für einen durchschnittlichen Raum?
Für die Berechnung multiplizieren Sie die zu streichende Fläche (in m²) mit dem Farbverbrauch pro Quadratmeter. Als Faustregel gilt: 150-190 ml Farbe pro m² und Anstrich. Ein 10-Liter-Eimer reicht für etwa 50-65 m². Bei einem typischen 20 m² Raum mit 2,5 m Höhe haben Sie ca. 65 m² Gesamtfläche (Wände + Decke). Bei zwei Anstrichen benötigen Sie etwa 23-25 Liter Farbe. Planen Sie immer 10-15% Puffer ein für Verschnitt und Nachbesserungen.
Muss ich wirklich zweimal streichen oder reicht ein Anstrich?
In den meisten Fällen sind zwei Anstriche notwendig. Ein zweiter Anstrich ist zwingend erforderlich beim Überstreichen dunkler Farben mit hellen Tönen, bei günstiger Farbe mit geringer Deckkraft (Klasse 3-4), auf stark saugenden Untergründen und wenn die alte Farbe nach dem ersten Anstrich noch durchschimmert. Nur bei hochwertiger Farbe (Klasse 1) auf gleichfarbigem Untergrund kann manchmal ein Anstrich ausreichen. Grundsätzlich gilt: Lieber zweimal dünn als einmal dick streichen – das ergibt ein gleichmäßigeres Ergebnis.
Wann sollte ich das Malerkrepp abziehen – vor oder nach dem Trocknen?
Das Malerkrepp sollten Sie unbedingt abziehen, während die Farbe noch leicht feucht ist – etwa 10-15 Minuten nach dem Streichen. Zu diesem Zeitpunkt ist die Farbe oberflächlich angetrocknet, aber noch nicht vollständig fest. Wenn Sie zu lange warten und die Farbe komplett trocken ist, reißt die Farbkante beim Abziehen des Klebebands ein und Sie erhalten unsaubere Übergänge. Ziehen Sie das Band im 45-Grad-Winkel ab, nicht im rechten Winkel zur Wand.
Was bedeutet die Kreuzstreich-Methode und warum ist sie wichtig?
Die Kreuzstreich-Methode ist eine professionelle Streichtechnik in drei Schritten: Zuerst tragen Sie die Farbe in W- oder M-förmigen Bewegungen quer auf, dann verteilen Sie sie mit Querbewegungen gleichmäßig, und abschließend ziehen Sie die Fläche mit fast leerem Roller in langen, geraden Bahnen ab. Diese Technik sorgt für gleichmäßige Farbverteilung ohne Ansätze, Streifen oder Flecken. Besonders bei Decken und großen Wandflächen ist diese Methode unverzichtbar für ein professionelles Ergebnis. Vermeiden Sie es, einfach nur auf und ab zu rollen – das führt zu ungleichmäßiger Deckkraft.
Wie lange muss ich zwischen zwei Anstrichen warten?
Zwischen dem ersten und zweiten Anstrich sollten Sie mindestens 4-6 Stunden Trocknungszeit einplanen, besser sind 12-24 Stunden. Die Farbe muss vollständig durchgetrocknet sein – prüfen Sie dies, indem Sie die Oberfläche vorsichtig berühren. Sie darf nicht mehr kühl oder feucht anfühlen. Faktoren wie Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit und Belüftung beeinflussen die Trocknungszeit erheblich. Bei kühlen Räumen (unter 15°C) oder hoher Luftfeuchtigkeit (über 70%) kann die Trocknung deutlich länger dauern. Streichen Sie niemals über nicht vollständig getrocknete Farbe – das führt zu Fleckenbildung und Ablösungen.
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