Wände Decken richtig streichen

Wände und Decken selbst zu streichen gehört zu den beliebtesten Renovierungsarbeiten im eigenen Zuhause – und das aus gutem Grund: Mit der richtigen Vorbereitung, dem passenden Material und einer durchdachten Technik können selbst Laien professionelle Ergebnisse erzielen. Ob beim Umzug in eine neue Wohnung, bei der Renovierung einzelner Räume oder einfach zur optischen Auffrischung – das Streichen von Wänden und Decken spart nicht nur Geld, sondern gibt auch die Möglichkeit, die eigenen vier Wände ganz nach persönlichem Geschmack zu gestalten. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige: vom benötigten Material über die richtige Vorbereitung bis hin zu bewährten Streichtechniken, die Ihnen Frust ersparen und zu einem gleichmäßigen, streifenfreien Ergebnis führen.

Übersicht

Das richtige Material zum Streichen – Ihre Einkaufsliste

Eine gründliche Materialvorbereitung ist der Schlüssel zum Erfolg. Nichts ist frustrierender, als mitten in der Arbeit festzustellen, dass wichtiges Werkzeug fehlt. Hier finden Sie eine detaillierte Übersicht über alles, was Sie benötigen.

🎨 Wandfarbe

Verbrauch: Ca. 150-190 ml/m² pro Anstrich

Faustregel: 10 Liter reichen für etwa 50-65 m²

Wählen Sie hochwertige Dispersionsfarbe mit mindestens Klasse 2 (besser Klasse 1) für gutes Deckvermögen. Für Feuchträume empfiehlt sich spezielle Badfarbe mit Anti-Schimmel-Zusatz.

🖌️ Pinsel & Roller

Flächenroller: 18-25 cm Breite mit 12-18 mm Florhöhe

Heizkörperroller: Schmaler Roller für schwer zugängliche Stellen

Pinsel: 50-70 mm für Ecken und Kanten

Teleskopstange (2-4 Meter) spart Leiter und schont den Rücken!

🛠️ Hilfsmittel

Abstreifgitter: Zum gleichmäßigen Verteilen der Farbe

Farbwanne: Mindestens für Roller geeignet

Rührstab: Zum gründlichen Aufrühren der Farbe

Malerkrepp: Hochwertiges Klebeband (50-60 mm breit)

🛡️ Abdeckmaterial

Malerfolie: Mindestens 50 μm stark (0,05 mm)

Malervlies: Für Böden besser als Folie, da rutschfest

Abdeckfolie: Für Möbel und größere Gegenstände

Pro Raum rechnen Sie mit 2-3 Rollen à 50 m²

💡 Farbbedarfsrechnung leicht gemacht

Formel für Wandfläche:

(Raumlänge + Raumbreite) × 2 × Raumhöhe = Wandfläche in m²

Beispiel: Raum 4m × 5m mit 2,5m Höhe

(4m + 5m) × 2 × 2,5m = 45 m² Wandfläche

Abzüge: Türen (ca. 2 m²) und Fenster (je ca. 1,5 m²) abziehen. Bei zwei Anstrichen Ergebnis verdoppeln!

Sicherheitspuffer: Immer 10-15% mehr Farbe kaufen – besser zu viel als zu wenig!

Vorbereitung – Der unterschätzte Erfolgsfaktor

Die Vorbereitung nimmt etwa 60-70% der Gesamtarbeitszeit ein – und das zu Recht! Eine sorgfältige Vorbereitung verhindert spätere Nacharbeiten und sorgt für ein professionelles Endergebnis.

Schritt-für-Schritt: Den Raum vorbereiten

1 Raum ausräumen

Entfernen Sie alle beweglichen Möbel vollständig aus dem Raum. Was nicht transportiert werden kann, stellen Sie in die Raummitte und decken es großzügig ab. Vergessen Sie nicht, Bilder, Regale und Vorhänge abzunehmen.

2 Strom abstellen

Schalten Sie die Sicherung für den Raum aus! Schrauben Sie Steckdosenabdeckungen und Lichtschalter ab (nicht die Elektronik selbst!). Kleben Sie die Löcher mit Malerkrepp ab.

3 Untergrund prüfen und vorbereiten

Entfernen Sie lose Tapetenreste, Spinnweben und Staub mit einem Besen oder Staubsauger. Bessern Sie Risse und Löcher mit Spachtelmasse aus. Nach dem Trocknen (4-6 Stunden) die Stellen leicht anschleifen.

4 Fußboden und Fußleisten schützen

Legen Sie Malervlies oder -folie auf dem gesamten Fußboden aus und fixieren Sie die Ränder mit Malerkrepp. Kleben Sie Fußleisten sorgfältig ab – hier zeigen sich später Unsauberkeiten am deutlichsten!

5 Kanten und Übergänge abkleben

Kleben Sie alle Kanten zwischen Wand und Decke, Fenster- und Türrahmen sowie Lichtschalter ab. Drücken Sie das Klebeband fest an, damit keine Farbe darunter läuft. Verwenden Sie hochwertiges Malerkrepp!

⚠️ Häufiger Fehler: Viele kleben Fußleisten nicht ab, um Zeit zu sparen. Das rächt sich! Farbe aus Teppichleisten oder Holzleisten zu entfernen ist mühsam und oft unmöglich. Die 15 Minuten Abkleben ersparen Ihnen Stunden Nacharbeit.

✓ Vorbereitungs-Checkliste

  • Alle Möbel ausgeräumt oder abgedeckt
  • Strom abgeschaltet, Schalter und Steckdosen abgeklebt
  • Wände und Decken entstaubt, Spinnweben entfernt
  • Löcher und Risse gespachtelt und geschliffen
  • Boden vollständig mit Vlies/Folie ausgelegt
  • Fußleisten, Türrahmen, Fensterrahmen abgeklebt
  • Übergänge zwischen Wand und Decke abgeklebt
  • Heizkörper abgeklebt oder abmontiert
  • Gute Beleuchtung vorhanden (Baustrahler)
  • Ausreichend Farbe und Material bereitgestellt

Die richtige Streichreihenfolge – So vermeiden Sie Anfängerfehler

Die Reihenfolge beim Streichen ist entscheidend für ein gleichmäßiges Ergebnis ohne Ansätze, Streifen oder Farbnasen. Folgen Sie dieser bewährten Vorgehensweise, die Profimaler seit Jahrzehnten anwenden.

🎯 Die goldene Regel: Immer von oben nach unten!

Arbeiten Sie sich systematisch von der Decke zu den Wänden und dann zum Boden vor. So fallen Farbspritzer auf noch nicht gestrichene Flächen und können einfach mit überstrichen werden. Umgekehrt würden Sie frisch gestrichene Bereiche beschädigen.

Phase 1: Ecken und Kanten vorstreichen

Bevor Sie große Flächen streichen, müssen alle Ecken, Kanten und Übergänge sorgfältig mit dem Pinsel vorgearbeitet werden. Dieser Schritt wird „Kanten legen“ genannt.

🖌️ Technik: Kanten richtig streichen

Deckenkanten

So geht’s richtig: Streichen Sie einen 5-8 cm breiten Streifen entlang der Kante zwischen Wand und Decke. Arbeiten Sie in kurzen Bahnen (50-80 cm) und halten Sie den Pinsel in einem 45-Grad-Winkel.

Wichtig: Streichen Sie NICHT direkt an der Kante entlang! Setzen Sie den Pinsel etwa 2-3 cm von der Kante entfernt an und streichen Sie zur Kante hin. So verhindern Sie, dass Farbe über die Kante läuft oder unter das Klebeband kriecht.

Ecken und Winkel

Für Innenecken verwenden Sie einen kleineren Pinsel (30-50 mm). Streichen Sie beide Seiten der Ecke in Richtung der Ecke, nicht aus der Ecke heraus. Bei Außenecken arbeiten Sie von beiden Seiten zur Kante hin.

Fenster und Türrahmen

Umranden Sie alle Rahmen mit einem 5 cm breiten Streifen. Besonders sorgfältig arbeiten, da Ungenauigkeiten hier sofort auffallen. Lassen Sie das Malerkrepp noch nicht ab – erst nach dem zweiten Anstrich!

Phase 2: Deckenfläche streichen

Nach dem Kanten legen beginnen Sie mit der Deckenfläche. Die Decke ist die anspruchsvollste Fläche, da Sie gegen die Schwerkraft arbeiten und die Beleuchtung später jeden Fehler zeigt.

📐 Die Kreuzstreich-Methode für professionelle Ergebnisse

Erster Durchgang: Kreuzweise streichen

Schritt 1: Teilen Sie die Decke gedanklich in Bahnen von ca. 1 Meter Breite ein.

Schritt 2: Tragen Sie die Farbe zunächst quer zur Lichtrichtung (meist quer zum Fenster) in W- oder M-förmigen Bewegungen auf. Üben Sie dabei mäßigen Druck aus.

Schritt 3: Verteilen Sie die Farbe sofort mit Längsbewegungen (parallel zum Fenster). Der Roller sollte dabei weniger Farbe haben – rollen Sie ihn vorher am Gitter ab.

Zweiter Durchgang: Finaler Längsschliff

Rollen Sie die Fläche abschließend mit fast leerem Roller in langen, gleichmäßigen Bahnen parallel zum Lichteinfall (zum Fenster hin). Setzen Sie jeweils am Anfang der Bahn an, nicht mittendrin. So vermeiden Sie Ansätze und Streifen.

💡 Profi-Tipp: Arbeiten Sie bei der Decke zügig und pausieren Sie nicht mittendrin. Eine Bahn muss „nass in nass“ gestrichen werden, sonst entstehen sichtbare Ansätze. Planen Sie für eine 20 m² Decke etwa 30-40 Minuten ein – ohne Unterbrechung!

Phase 3: Wandflächen streichen

Nach dem vollständigen Trocknen der Decke (mindestens 4-6 Stunden, besser über Nacht) folgen die Wände nach dem gleichen Prinzip wie bei der Decke.

Wandstreichreihenfolge

1 Erneut Kanten legen

Streichen Sie alle Wandecken, den Übergang zur Decke (falls noch nicht geschehen), Fußleisten, Türrahmen und Fensterrahmen mit dem Pinsel vor. Arbeiten Sie sorgfältig – diese Bereiche fallen am meisten auf.

2 Wandflächen mit Roller bearbeiten

Beginnen Sie an der vom Fenster am weitesten entfernten Ecke. Streichen Sie in senkrechten Bahnen von ca. 60 cm Breite. Verwenden Sie auch hier die Kreuzstreich-Methode: erst W-förmig auftragen, dann quer verteilen, zum Schluss senkrecht von oben nach unten in langen Bahnen abziehen.

3 Nass in nass arbeiten

Überlappen Sie die Bahnen um 5-10 cm, damit keine Ansätze entstehen. Arbeiten Sie zügig und ohne lange Pausen. Der Rand der vorherigen Bahn muss noch feucht sein, wenn Sie die nächste beginnen.

4 Systematisch vorgehen

Streichen Sie Wand für Wand komplett fertig, nicht alle Wände gleichzeitig. Empfohlene Reihenfolge: Fensterseite → Seitenwände → Türseite. So arbeiten Sie sich zur Tür hin und können den Raum verlassen, ohne über gestrichene Flächen zu müssen.

Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden

❌ Zu wenig Farbe auf dem Roller

Führt zu ungleichmäßigem Auftrag und Streifen. Der Roller sollte gut getränkt, aber nicht tropfend sein. Am Abstreifgitter überschüssige Farbe entfernen.

❌ Zu viel Druck beim Rollen

Verursacht Spritzer und presst zu viel Farbe heraus. Lassen Sie den Roller leicht über die Fläche gleiten. Der Rollwiderstand gibt die richtige Intensität vor.

❌ Klebeband zu spät entfernen

Trockene Farbe reißt beim Abziehen ein und hinterlässt unsaubere Kanten. Entfernen Sie Malerkrepp 10-15 Minuten nach dem Streichen, wenn die Farbe noch feucht ist, aber nicht mehr verläuft.

❌ Schlechte Beleuchtung

Führt dazu, dass ausgelassene Stellen oder ungleichmäßiger Auftrag übersehen werden. Nutzen Sie helles Arbeitslicht aus verschiedenen Winkeln. Ein Baustrahler kostet 15-20 Euro und zahlt sich aus.

❌ Zu früher zweiter Anstrich

Die erste Schicht muss vollständig durchgetrocknet sein (mindestens 4-6 Stunden, besser 12-24 Stunden). Bei zu frühem Überstreichen löst sich die erste Schicht ab und es entstehen Flecken.

❌ Farbe nicht aufgerührt

Setzen sich Pigmente am Boden ab, wird die Farbe oben wässrig und unten zu dickflüssig. Immer gründlich aufrühren – auch bei „rührfreier“ Farbe zur Sicherheit!

Der zweite Anstrich – Der Feinschliff

Bei den meisten Farben ist ein zweiter Anstrich notwendig, um volle Deckkraft zu erreichen. Besonders beim Überstreichen von dunklen Farben mit hellen Tönen oder bei farbigen Wänden ist der zweite Durchgang unverzichtbar.

💡 Wann ist ein zweiter Anstrich nötig?
  • Die alte Wandfarbe schimmert noch durch
  • Die Farbdeckung ist ungleichmäßig oder fleckig
  • Sie streichen über eine dunkle Farbe mit einer hellen
  • Sie verwenden eine günstige Farbe mit geringer Deckkraft (Klasse 3 oder 4)
  • Der Untergrund war stark saugend (neu verputzte Wände)

Vorgehensweise beim zweiten Anstrich

Gehen Sie beim zweiten Durchgang genauso systematisch vor wie beim ersten:

Ablauf Zweitanstrich

  • Mindestens 6-12 Stunden Trocknungszeit abwarten (je nach Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit)
  • Prüfen Sie die Oberfläche auf vollständige Trocknung – sie darf nicht mehr kühl anfühlen
  • Erneut Kanten mit Pinsel vorstreichen (meist dünner als beim ersten Mal)
  • Flächen mit gleicher Technik rollen: Kreuzstreich-Methode verwenden
  • Der zweite Anstrich geht deutlich schneller, da der Untergrund nicht mehr saugt
  • Klebeband 10-15 Minuten nach dem letzten Pinselstrich abziehen

Nachbereitung – Die letzten Schritte zum perfekten Ergebnis

Nach dem Streichen

1 Klebeband entfernen

Ziehen Sie Malerkrepp im 45-Grad-Winkel ab, nicht im rechten Winkel. Das verhindert Ausrisse. Beginnen Sie in einer Ecke und ziehen Sie in einem gleichmäßigen Zug. Falls sich Farbe schon zu stark verfestigt hat, schneiden Sie die Kante vorsichtig mit einem Cuttermesser an.

2 Kleine Korrekturen vornehmen

Übergelaufene Farbe an Steckdosen, Schaltern oder Leisten sofort mit einem feuchten Tuch entfernen. Bei bereits getrockneter Farbe hilft ein Spachtel oder bei empfindlichen Oberflächen ein spezieller Farbentferner.

3 Werkzeug reinigen

Reinigen Sie Pinsel und Roller sofort nach Gebrauch gründlich unter fließendem Wasser. Drücken Sie Wasser durch die Borsten/den Flor, bis es klar bleibt. Bei Pausen wickeln Sie das Werkzeug in Folie ein, damit es nicht antrocknet.

4 Restfarbe lagern

Verschließen Sie Farbtöpfe luftdicht und lagern Sie sie frostfrei bei 5-25°C. Notieren Sie Raum, Farbe und Datum auf dem Deckel. So können Sie später punktuell nachbessern. Richtig gelagerte Farbe hält 1-2 Jahre.

5 Raum lüften

Sorgen Sie für gute Durchlüftung, aber vermeiden Sie Zugluft direkt auf frisch gestrichene Flächen. Ideal: Stoßlüften alle 2-3 Stunden für 10 Minuten. Die Farbe sollte 24-48 Stunden durchtrocknen, bevor Sie Möbel an die Wand stellen.

⚠️ Wichtig: Entsorgen Sie Malerfolie und Farbreste nicht im Hausmüll! Leere, ausgetrocknete Farbeimer können in den Restmüll, flüssige Farbreste gehören zum Schadstoffmobil oder Wertstoffhof. Verschmutzte Folie gehört in den Restmüll, saubere kann oft recycelt werden.

Optimale Arbeitsbedingungen schaffen

Temperatur und Luftfeuchtigkeit haben großen Einfluss auf das Streichergebnis. Die idealen Bedingungen für Malerarbeiten:

🌡️ Ideale Raumbedingungen

  • Temperatur: 15-25°C (nicht unter 10°C, nicht über 30°C)
  • Luftfeuchtigkeit: 40-60% (unter 80%)
  • Beleuchtung: Mindestens 500 Lux, besser 1000+ Lux
  • Belüftung: Gut belüftet, aber keine direkte Zugluft auf nasse Farbe

Warum ist das wichtig? Bei zu niedrigen Temperaturen trocknet die Farbe zu langsam und kann Wasserflecken bilden. Bei zu hohen Temperaturen trocknet sie zu schnell, wodurch Ansätze und Streifen entstehen. Zu hohe Luftfeuchtigkeit verzögert die Trocknung erheblich.

Spezialfälle meistern

Stark saugende Untergründe

Neu verputzte Wände, Gipskarton oder alte, nicht grundierte Tapeten saugen Farbe sehr stark auf. Hier hilft eine Grundierung vor dem ersten Anstrich. Alternativ verdünnen Sie den ersten Anstrich mit 5-10% Wasser – das wird aber nur bei hochwertiger Farbe empfohlen.

Dunkle Farben überstreichen

Beim Überstreichen von dunklen Wänden mit hellen Farben sind oft 2-3 Anstriche nötig. Eine spezielle Isolier- oder Deckgrundierung kann einen Anstrich sparen und ist bei großen Farbunterschieden empfehlenswert.

Nikotinverfärbte Wände

Stark vergilbte oder durch Nikotin verfärbte Wände erst mit Sperrgrund oder Isolierfarbe streichen. Normale Wandfarbe würde die gelben Verfärbungen nicht dauerhaft abdecken – sie schlagen nach einigen Wochen wieder durch.

Feuchte Räume (Bad, Küche)

Verwenden Sie spezielle Feuchtraumfarbe mit fungiziden Zusätzen. Diese verhindert Schimmelbildung und ist abriebfester als normale Wandfarbe. In Spritzwasserbereichen (Dusche, hinter Spüle) ist Farbe generell nicht geeignet – hier sollten Fliesen verwendet werden.

Kostenübersicht – Was kommt auf Sie zu?

💰 Beispielkalkulation für einen 20 m² Raum (Decke + 4 Wände, 2,5m Höhe)

Flächenberechnung:

Decke: 20 m² + Wände: ca. 45 m² = 65 m² Gesamtfläche

Materialbedarf (2 Anstriche):

  • Farbe: 65 m² × 0,18 L/m² × 2 = ca. 24 Liter → 3× 10L-Eimer = 60-120 €
  • Malerrolle + 2 Ersatzroller: 15-25 €
  • Pinselset: 10-20 €
  • Teleskopstange: 15-30 €
  • Abdeckmaterial (Vlies/Folie): 15-25 €
  • Malerkrepp: 8-15 €
  • Farbwanne + Abstreifgitter: 5-10 €

Gesamtkosten Material: 128-245 €

Zum Vergleich: Malerbetrieb würde für den gleichen Raum 400-800 € berechnen (je nach Region und Aufwand).

Zeitplanung – Wie lange dauert das Streichen?

⏱️ Realistische Zeiteinschätzung für einen 20 m² Raum:
  • Vorbereitung (Abkleben, Abdecken): 1-2 Stunden
  • Erster Anstrich (Kanten + Flächen): 2-3 Stunden
  • Trocknungszeit: 6-12 Stunden (über Nacht)
  • Zweiter Anstrich: 1,5-2 Stunden
  • Trocknungszeit: 6-12 Stunden
  • Nachbereitung: 30-60 Minuten

Gesamt: 2-3 Tage (bei normalen Bedingungen und ohne Komplikationen)

Einsteiger sollten 50% mehr Zeit einplanen. Mit Übung werden Sie deutlich schneller!

Fazit: Mit System zum Erfolg

Das Streichen von Wänden und Decken ist keine Hexerei – es erfordert lediglich sorgfältige Vorbereitung, das richtige Material und eine systematische Vorgehensweise. Die wichtigsten Erfolgsfaktoren noch einmal zusammengefasst:

🎯 Die 10 goldenen Regeln

  • Investieren Sie Zeit in die Vorbereitung – 60% der Arbeit, 90% des Erfolgs
  • Kaufen Sie hochwertige Farbe – Klasse 1 oder 2 spart den dritten Anstrich
  • Arbeiten Sie von oben nach unten – Decke zuerst, dann Wände
  • Kanten immer vorstreichen – Nie mit dem Roller in Ecken arbeiten
  • Nutzen Sie die Kreuzstreich-Technik – Für gleichmäßige Ergebnisse ohne Streifen
  • Arbeiten Sie nass in nass – Ohne Pausen pro Fläche für ansatzfreie Ergebnisse
  • Klebeband rechtzeitig entfernen – Während die Farbe noch leicht feucht ist
  • Gönnen Sie der Farbe Zeit zum Trocknen – Geduld zahlt sich aus
  • Sorgen Sie für gute Beleuchtung – Sie sehen Fehler sofort und können korrigieren
  • Zweiter Anstrich ist Standard – Planen Sie ihn von Anfang an ein

Mit dieser Anleitung und etwas Übung werden Sie beim nächsten Umzug oder bei der nächsten Renovierung professionelle Ergebnisse erzielen. Der erste Raum mag noch herausfordernd sein, aber bereits beim zweiten Projekt werden Sie deutlich routinierter arbeiten. Und wer weiß – vielleicht macht es Ihnen sogar Spaß und Sie entdecken eine neue handwerkliche Begabung!

Denken Sie daran: Selbst Profimaler haben klein angefangen. Der Unterschied liegt nicht im Talent, sondern in der Systematik, der Geduld und der Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen. Also: Ärmel hochkrempeln, Material besorgen und loslegen!

Wie viel Farbe benötige ich für einen durchschnittlichen Raum?

Für die Berechnung multiplizieren Sie die zu streichende Fläche (in m²) mit dem Farbverbrauch pro Quadratmeter. Als Faustregel gilt: 150-190 ml Farbe pro m² und Anstrich. Ein 10-Liter-Eimer reicht für etwa 50-65 m². Bei einem typischen 20 m² Raum mit 2,5 m Höhe haben Sie ca. 65 m² Gesamtfläche (Wände + Decke). Bei zwei Anstrichen benötigen Sie etwa 23-25 Liter Farbe. Planen Sie immer 10-15% Puffer ein für Verschnitt und Nachbesserungen.

Muss ich wirklich zweimal streichen oder reicht ein Anstrich?

In den meisten Fällen sind zwei Anstriche notwendig. Ein zweiter Anstrich ist zwingend erforderlich beim Überstreichen dunkler Farben mit hellen Tönen, bei günstiger Farbe mit geringer Deckkraft (Klasse 3-4), auf stark saugenden Untergründen und wenn die alte Farbe nach dem ersten Anstrich noch durchschimmert. Nur bei hochwertiger Farbe (Klasse 1) auf gleichfarbigem Untergrund kann manchmal ein Anstrich ausreichen. Grundsätzlich gilt: Lieber zweimal dünn als einmal dick streichen – das ergibt ein gleichmäßigeres Ergebnis.

Wann sollte ich das Malerkrepp abziehen – vor oder nach dem Trocknen?

Das Malerkrepp sollten Sie unbedingt abziehen, während die Farbe noch leicht feucht ist – etwa 10-15 Minuten nach dem Streichen. Zu diesem Zeitpunkt ist die Farbe oberflächlich angetrocknet, aber noch nicht vollständig fest. Wenn Sie zu lange warten und die Farbe komplett trocken ist, reißt die Farbkante beim Abziehen des Klebebands ein und Sie erhalten unsaubere Übergänge. Ziehen Sie das Band im 45-Grad-Winkel ab, nicht im rechten Winkel zur Wand.

Was bedeutet die Kreuzstreich-Methode und warum ist sie wichtig?

Die Kreuzstreich-Methode ist eine professionelle Streichtechnik in drei Schritten: Zuerst tragen Sie die Farbe in W- oder M-förmigen Bewegungen quer auf, dann verteilen Sie sie mit Querbewegungen gleichmäßig, und abschließend ziehen Sie die Fläche mit fast leerem Roller in langen, geraden Bahnen ab. Diese Technik sorgt für gleichmäßige Farbverteilung ohne Ansätze, Streifen oder Flecken. Besonders bei Decken und großen Wandflächen ist diese Methode unverzichtbar für ein professionelles Ergebnis. Vermeiden Sie es, einfach nur auf und ab zu rollen – das führt zu ungleichmäßiger Deckkraft.

Wie lange muss ich zwischen zwei Anstrichen warten?

Zwischen dem ersten und zweiten Anstrich sollten Sie mindestens 4-6 Stunden Trocknungszeit einplanen, besser sind 12-24 Stunden. Die Farbe muss vollständig durchgetrocknet sein – prüfen Sie dies, indem Sie die Oberfläche vorsichtig berühren. Sie darf nicht mehr kühl oder feucht anfühlen. Faktoren wie Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit und Belüftung beeinflussen die Trocknungszeit erheblich. Bei kühlen Räumen (unter 15°C) oder hoher Luftfeuchtigkeit (über 70%) kann die Trocknung deutlich länger dauern. Streichen Sie niemals über nicht vollständig getrocknete Farbe – das führt zu Fleckenbildung und Ablösungen.

Kommentare

3 Antworten zu „Wände Decken richtig streichen“

  1. Avatar von FL4PJ4CK
    FL4PJ4CK

    Ohje, aber jetzt ist der Stress ja größtenteils vorbei, oder? Das erste Brot ist gebacken ( 😉 ), dann kannste dich ja jetzt richtig im neuen Heim einleben.

  2. Avatar von Markus
    Markus

    Das Streichen ist schon eine Wissenschaft für sich 🙂
    Hoffe du musst so schnell nicht wieder umziehen!

  3. Avatar von Micha
    Micha

    Ja dass hoffe ich auch,..
    ich kenne dass selbst zu gut..:=)
    hoffe die küche steht und ihr lasst es euch schmecken..
    🙂
    Micha

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