Der 26. März 2008 war irgendwie Blogtag. Ich hatte gerade die Kamera für die Arbeit in der Hand, und gleichzeitig lief eine große Altpapier-Wegwerfaktion. Dabei fiel mir ein papierner 100-Euro-Gutschein für Google AdWords in die Finger, und der wurde vor dem Entsorgen erst einmal digitalisiert. Wer so etwas noch nie gesehen hatte, sollte sich daran ergötzen. Hier steht, was es damit auf sich hatte und was aus den Gutscheinen geworden ist.
Ein Gutschein auf Papier? Für Google?
Heute klingt das fast absurd: Google, der Inbegriff des Digitalen, verschickt Gutscheine auf Papier. 2008 war das aber nichts Ungewöhnliches. Solche Startguthaben für AdWords lagen zum Beispiel Hosting-Paketen, Fachzeitschriften oder Werbesendungen bei. Die Idee dahinter: Wer einmal mit Guthaben angefangen hat, bleibt vielleicht auch als zahlender Werbekunde.
Auf dem Gutschein stand ein Code, den du bei der Anmeldung eines neuen AdWords-Kontos eingeben konntest. Dann gab es Werbeguthaben, mit dem du deine ersten Anzeigen schalten konntest. Mein Foto vom Gutschein gibt es leider nicht mehr. Du musst mir also glauben, dass er existiert hat.
Am selben Tag habe ich mich übrigens auch noch über ein Modellbau-Portal aufgeregt, das Pressemitteilungen immer billiger anbot. Wie gesagt: Blogtag.
Was war AdWords?
AdWords war Googles Werbesystem für Anzeigen in den Suchergebnissen. Du hast Suchbegriffe ausgewählt, einen Anzeigentext geschrieben und festgelegt, wie viel du pro Klick maximal zahlen willst. Suchte jemand nach deinem Begriff, konnte deine Anzeige über oder neben den normalen Ergebnissen erscheinen. Bezahlt wurde nur, wenn jemand klickte.
Die Gegenseite dazu war AdSense, mit dem Website-Betreiber wie ich Anzeigen auf ihren Seiten einbinden und daran mitverdienen konnten. Meine eher kuriosen ersten Erfahrungen damit habe ich ein paar Wochen vorher im Beitrag AdSense für die eigene Webseite beschrieben.
Aus AdWords wurde Google Ads
Am 24. Juli 2018 hat Google AdWords offiziell in Google Ads umbenannt. Der neue Name sollte zeigen, dass es längst nicht mehr nur um Textanzeigen bei der Suche ging. Über Google Ads laufen heute auch Anzeigen auf YouTube, im Displaynetzwerk auf Millionen Websites, in Google Maps, in Gmail und in Apps.
Auch die Bedienung hat sich stark verändert. Wo du 2008 noch jedes Keyword von Hand gepflegt hast, setzt Google heute stark auf automatische Gebotsstrategien und Kampagnentypen, bei denen die Maschine entscheidet, wo und wem die Anzeige gezeigt wird. Das spart Arbeit, kann aber auch schnell Geld verbrennen, wenn du nicht genau hinschaust.
Gibt es heute noch Gutscheine für Google Ads?
Ja, aber anders als damals. Papiergutscheine sind Geschichte. Stattdessen bietet Google neuen Werbetreibenden regelmäßig ein Startangebot nach einem einfachen Prinzip: Du gibst innerhalb einer bestimmten Frist einen festgelegten Betrag für Werbung aus und bekommst danach Werbeguthaben in gleicher Höhe gutgeschrieben.
Ein paar Dinge solltest du dabei wissen:
- Nur für Neukunden: Das Angebot gilt in der Regel nur für neue Konten, die noch keine Anzeigen geschaltet haben.
- Erst zahlen, dann Guthaben: Du bekommst kein Geld geschenkt, sondern erst nach eigenen Ausgaben eine Gutschrift.
- Fristen beachten: Sowohl die Ausgaben als auch das spätere Guthaben sind meist an Fristen gebunden. Verfallenes Guthaben ist weg.
- Code bei der Anmeldung eingeben: Den Code trägst du bei der Einrichtung des Kontos im Bereich der Zahlungsinformationen als Einführungsangebot ein. Nachträglich klappt das oft nicht mehr.
Höhe und Bedingungen ändern sich immer wieder. Lies deshalb die aktuellen Angebotsbedingungen direkt bei Google, bevor du ein Konto anlegst.
Vorsicht vor falschen Gutscheinen
Mails und Anzeigen mit angeblichen Google-Ads-Gutscheinen sind ein beliebter Köder für Phishing. Gib deine Google-Zugangsdaten nur auf echten Google-Seiten ein und lös Codes ausschließlich direkt in deinem Google-Ads-Konto ein. Codes aus dubiosen Quellen oder von Verkaufsplattformen sind oft wertlos.
Lohnt sich Google Ads für einen Blog?
Für einen privaten Hobbyblog meistens nicht. Du zahlst für jeden Klick, und ein Besucher, der einmal vorbeischaut, bringt dir als Blogger in der Regel kein Geld zurück. Sinnvoll wird Google Ads vor allem für Unternehmen, Shops oder Dienstleister, bei denen ein Klick zu einer Anfrage oder einem Kauf führen kann.
Wenn du es trotzdem ausprobieren willst:
- Kleines Tagesbudget festlegen und die ersten Wochen genau beobachten.
- Auszuschließende Keywords pflegen, damit deine Anzeige nicht bei unpassenden Suchen erscheint.
- Region eingrenzen, wenn dein Angebot nur lokal relevant ist.
- Erfolg messen, aber beachte, dass du für Tracking auf deiner Seite in der Regel eine Einwilligung deiner Besucher brauchst.
Mein Fazit
Der Papiergutschein von 2008 ist ein schönes Fundstück aus einer Zeit, in der selbst Google noch auf Werbekärtchen setzte. Aus AdWords ist Google Ads geworden, und die Startguthaben gibt es weiterhin, nur eben digital und mit Bedingungen. Für meinen Blog hätte ich den Gutschein damals wie heute kaum sinnvoll einsetzen können, als Erinnerungsfoto war er aber unschlagbar.
Schreibe einen Kommentar