DeLorean-Bilderwunsch ging in Erfüllung

Nachts auf fremden Blogs einen halben DeLorean entdeckt, nach mehr Bildern gefragt – und am nächsten Tag geliefert bekommen. Plus: was aus dem Kultauto wurde.

3–5 Minuten

Im Juli 2007 stöberte ich mal wieder nachts auf fremden Blogs herum und stieß auf einen Bildausschnitt, der nur einen Teil eines Autos zeigte. Edelstahl, kantige Linien – ein DeLorean. Mein erster Gedanke, fett gedruckt: „Zurück in die Zukunft!“ Was dann passierte, ist ein schönes Stück Bloggeschichte, und das Auto selbst hat auch eine Geschichte verdient.

Ein Bilderwunsch um Mitternacht

Mit der Trilogie hatte ich mich erst kurz vorher wieder beschäftigt, die Begeisterung war also frisch. In meiner geistigen Umnachtung fragte ich nach, ob es davon nicht noch mehr Bilder gäbe. Man hätte natürlich auch einfach mal die Google-Suche bemühen können.

Zu so später Stunde kam tatsächlich noch eine Rückmeldung, und am nächsten Tag war mein Wunsch erfüllt: Karlimann stellte auf seinem Blog weitere DeLorean-Bilder online. Danke noch mal, Karlimann, für die prompte Servierung dieses Schmankerls!

Das war typisch für die Blogs von 2007. Man las sich gegenseitig, kommentierte, verlinkte und erfüllte sich auch mal kleine Wünsche. Karlimanns Blog gibt es unter der alten Adresse leider nicht mehr. Dort steht heute etwas völlig anderes, deshalb habe ich den Link entfernt.

Warum gerade der DeLorean?

Der DeLorean DMC-12 ist eines der wenigen Autos, die durch einen Film unsterblich geworden sind. Dabei war er als Auto eher ein Flop. Gebaut wurde er nur von Anfang 1981 bis Ende 1982 im nordirischen Dunmurry, nicht weit von Belfast, insgesamt rund 9.000 Stück. Dann ging die DeLorean Motor Company pleite.

Was ihn so besonders macht:

  • Unlackierte Edelstahl-Karosserie. Die Außenhaut besteht aus gebürstetem Edelstahl, fast alle Exemplare blieben unlackiert.
  • Flügeltüren. Die nach oben öffnenden Türen machen bis heute jeden Parkplatz zur Bühne.
  • Eher zahmer Motor. Im Heck sitzt ein 2,85-Liter-V6, in der US-Version mit gerade einmal 130 PS. Für einen Sportwagen-Look war das wenig.

Unsterblich machte ihn die Filmreihe „Zurück in die Zukunft“ (1985, 1989 und 1990). Doc Browns Zeitmaschine braucht den Fluxkompensator und muss 88 Meilen pro Stunde erreichen, um durch die Zeit zu reisen. Seitdem ist der DeLorean das Zeitreise-Auto schlechthin.

Was ist aus DeLorean geworden?

Die originale Firma ist seit Jahrzehnten Geschichte. 1995 gründete der aus Liverpool stammende Mechaniker Stephen Wynne in Texas eine neue DeLorean Motor Company. Sie hat mit John DeLoreans Unternehmen direkt nichts zu tun, kümmert sich aber um Ersatzteile, Wartung und Restaurierung der noch existierenden Fahrzeuge und verkauft restaurierte Exemplare.

2022 stellte die Firma mit dem Alpha5 ein Elektroauto mit Flügeltüren vor. Stand 2026 ist der Wagen allerdings noch immer nicht in Serie gegangen, dazu gab es Rechtsstreit mit dem Designstudio Italdesign. Ob der elektrische DeLorean je auf die Straße kommt, ist offen. Die alten DMC-12 sind dagegen begehrte Sammlerstücke geworden.

Bilder finden – und was du damit darfst

Heute würde ich für mehr DeLorean-Bilder wohl keinen Blogger mehr nachts um Hilfe bitten. Ein paar Wege, wie du selbst an gute Bilder kommst:

  1. Rückwärts-Bildersuche. Mit Google Lens oder TinEye lädst du ein Bild oder einen Ausschnitt hoch und findest heraus, woher es stammt und ob es größere Versionen gibt.
  2. Wikimedia Commons. Dort gibt es tausende Fotos unter freien Lizenzen, auch vom DeLorean. Die Bedingungen, etwa die Nennung des Fotografen, stehen bei jedem Bild dabei.
  3. Den Urheber fragen. Funktioniert heute genauso wie 2007. Die meisten Fotografen freuen sich über ehrliches Interesse.

Anschauen ja, einfach übernehmen nein

Dass ein Bild im Netz steht, heißt nicht, dass du es auf deiner eigenen Seite zeigen darfst. Fotos sind urheberrechtlich geschützt. Ohne Erlaubnis oder passende freie Lizenz solltest du fremde Bilder nicht veröffentlichen. Verlinken ist dagegen in aller Regel erlaubt – so wie ich damals auf Karlimann verwiesen habe.

Edelstahl fotografieren

Wenn du selbst mal vor einem DeLorean stehst: Die Edelstahlhaut spiegelt alles, auch dich. Ein bedeckter Himmel liefert gleichmäßiges Licht ohne harte Reflexe. Ein Polfilter dämpft Spiegelungen, und ein Standpunkt etwas schräg zur Karosserie sorgt dafür, dass du nicht selbst im Bild landest. Mehr zum Thema Autos vor der Linse steht in meinem Ford-Focus-Fotoshooting.

Achtziger-Nostalgie

Achtziger-Kult zieht sich übrigens öfter durch diesen Blog. Ein Jahr später hat mich zum Beispiel die Sehnsucht nach einer Zeichentrickserie gepackt, nachzulesen bei den Galaxy Rangers als DVD-Box. Manche Dinge muss man einfach wiedersehen.

Mein Fazit

Ein halbes Auto auf einem fremden Blog, eine Frage in der Nacht und am nächsten Tag die Antwort – so schnell und herzlich lief Bloggen 2007. Den DeLorean finde ich heute noch genauso faszinierend wie damals. Mehr Bilder suche ich inzwischen aber lieber selbst, mit Rückwärtssuche und einem Blick auf die Lizenz.

Kommentare

2 Kommentare zu „DeLorean-Bilderwunsch ging in Erfüllung“

  1. Avatar von arschtrompete
    arschtrompete

    willst du dich wirklich mit der erfüllung des bildertraums zufriedengeben, wo´s den delorean doch auch noch in echt gibt – da gehen doch echte kindheitsträume in erfüllung.
    http://www.arschtrompete.de/technik/delorean-dmc-12-kaufen/

  2. Avatar von Patrick

    😉 jaja das ist schon alt! Habe mich darüber auch schon informiert. Es gibt nur eine begrenzte Stückzahl, die schon alle verkauft aber noch nicht mal hergestellt sind. Soviel vom Traum sich solch ein Gefährt zu kaufen. Wird wohl eher darauf auslaufen, dieses Geschoss nachzubauen… 🙂

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