Ford Focus Fotoshooting

Nach dem Umzug noch Saft im Akku und Abendsonne: Ein spontanes Shooting mit Borstels Ford Focus samt Staubwolke – und Tipps, wie du Autos besser fotografierst.

3–5 Minuten

Nach dem Umzug von Dresden nach Chemnitz hatten wir im August 2007 noch ein bisschen Zeit und Saft auf der Kamera. Die Sonne schien noch richtig schön, also gab es kurzerhand ein kleines Fotoshooting mit Borstels Ford Focus. Was als braves Autoporträt begann, endete in einer Staubwolke – und genau daraus lässt sich einiges übers Autofotografieren lernen.

Erst brav, dann staubig

Das erste Bild war ein ganz normales Porträt des Wagens. Schön, aber ehrlich gesagt recht langweilig. Also durfte der Focus noch ein wenig Staub über die Landschaft verteilen. Die hiesigen Anwohner werden uns gehasst haben. Verständlich – ich würde mich an ihrer Stelle auch hassen, wenn es nicht so viel Spaß gemacht hätte.

Natürlich hatten wir auch noch ein Auge und ein Bild für die „wunderschöne“ Natur übrig, nämlich ein frisch abgeerntetes Feld. Danach war dann aber auch gut.

Licht: Warum die Abendsonne so gut funktioniert

Unser Glück war die Uhrzeit. Am späten Nachmittag und Abend steht die Sonne tief, das Licht wird wärmer und weicher, und Lack und Karosserieformen bekommen plastische Schatten. Fotografen nennen die Zeit kurz vor Sonnenuntergang die goldene Stunde. Für Autos ist sie fast unschlagbar.

Mittags dagegen knallt die Sonne von oben, der Lack spiegelt grell und unter dem Auto entsteht ein schwarzes Loch. Wenn du nur mittags Zeit hast, such dir lieber einen Platz im Schatten oder warte auf einen leicht bewölkten Himmel.

Standpunkt und Perspektive

Die meisten Autofotos entstehen aus Augenhöhe, und genau deshalb wirken sie so alltäglich. Mit ein paar Kniffen sieht derselbe Wagen gleich ganz anders aus:

  • In die Knie gehen. Auf Höhe der Scheinwerfer oder noch tiefer wirkt ein Auto kraftvoller und größer.
  • Schräg von vorn. Die klassische Dreiviertelansicht zeigt Front und Seite gleichzeitig. Das ist der Standard in jedem Autoprospekt.
  • Räder einschlagen. Dreh die Vorderräder leicht, sodass die Felge zur Kamera zeigt und nicht die Lauffläche des Reifens.
  • Ruhiger Hintergrund. Mülltonnen, Laternen und parkende Autos lenken ab. Ein Feld, eine Wand oder freier Himmel lassen das Auto wirken.
  • Mehr Abstand, mehr Brennweite. Aus der Distanz mit etwas Tele verzerrt das Auto weniger als mit Weitwinkel aus der Nähe.

Staub und Bewegung ins Bild bringen

Eine Staubwolke macht aus einem stehenden Auto eine Szene. Am besten wirkt sie im Gegenlicht: Dann leuchten die Staubteilchen auf und zeichnen die Bewegung nach. Mit Licht von vorn sieht Staub dagegen oft nur grau und matschig aus.

Für fahrende Autos gibt es den Mitzieher. Dabei schwenkst du die Kamera mit dem Auto mit und wählst eine längere Belichtungszeit, etwa 1/30 bis 1/60 Sekunde. Das Auto bleibt scharf, der Hintergrund verwischt zu Streifen. Das braucht Übung, aber der Serienbildmodus erhöht die Trefferquote deutlich. Halt dabei immer genug Abstand zur Fahrspur. Der Fahrer achtet auf den Weg, nicht auf dich.

Rücksicht und Regeln

Viele Feld- und Wirtschaftswege sind für normale Autos gesperrt und nur für landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben. Achte auf die Beschilderung und frag im Zweifel den Eigentümer. Auf öffentlichen Straßen haben Staub- und Driftaktionen nichts verloren. Und wenn Anwohner in der Nähe wohnen, ist eine Staubwolke vor deren Fenster schnell kein Spaß mehr.

Spiegelungen im Griff

Ein Polfilter ist beim Autofotografieren das wichtigste Zubehör. Durch Drehen steuerst du, wie stark Lack und Scheiben spiegeln. So siehst du durch die Frontscheibe ins Innere oder nimmst grelle Lichtreflexe von der Motorhaube. Ist das Auto vorher gewaschen, danken es dir die Fotos zusätzlich.

Was ist aus dem Ford Focus geworden?

Der Focus war damals auf deutschen Straßen allgegenwärtig. Die erste Generation kam im Herbst 1998 auf den Markt, 2007 war bereits die zweite aktuell, insgesamt wurden es vier. Inzwischen hat Ford dem Focus den Stecker gezogen: Laut Ford sollte die Produktion im Werk Saarlouis 2025 enden. Einen direkten Nachfolger gibt es nicht, in Europa setzt der Hersteller stärker auf SUVs und Elektroautos.

Fotografiert werden wollen die Focus trotzdem noch, auf den Straßen sind sie schließlich weiterhin zu Tausenden unterwegs.

Und das Handy?

Für ein spontanes Shooting wie unseres reicht heute ein Smartphone. Die Porträtfunktion legt Unschärfe in den Hintergrund, und der Serienbildmodus erwischt die Staubwolke im besten Moment. Für Mitzieher ist eine Kamera mit manueller Belichtungszeit aber nach wie vor im Vorteil. Wie mich ein anderes Motiv mal zum Rennen gebracht hat, liest du in Was tut man nicht alles für ein gutes Foto?. Und wie man ein ganz anderes Auto ins rechte Licht rückt, steht beim DeLorean.

Mein Fazit

Unser Shooting war völlig unvorbereitet, aber die tiefe Sonne hat vieles gerettet. Heute würde ich mir die Perspektive genauer überlegen, die Staubwolke ins Gegenlicht legen und mir vorher anschauen, wo man überhaupt fahren darf. Spaß gemacht hat es trotzdem – und genau darum geht es ja.

Kommentare

Ein Kommentar zu „Ford Focus Fotoshooting“

  1. Avatar von Mr. Diesel
    Mr. Diesel

    Coole Bilder :-). Der Ford Focus sieht irgendwie lustig aus in der Lanschaft.

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