Zecken entfernen 2008

2008 musste ich meinem Kater Tommy fast täglich Zecken abnehmen. Mein Trick von damals – und wie du Zecken heute nach den aktuellen Empfehlungen richtig entfernst.

5–7 Minuten

Ist schon komisch, dieses Jahr: Im Frühjahr 2008 habe ich meinem Kater Tommy beinahe jeden Tag Zecken abgelesen oder musste sie mit Werkzeug entfernen – teilweise zwei, drei Stück auf einmal. Hier erzähle ich, wie ich damals vorgegangen bin, und vor allem, was heute offiziell empfohlen wird, wenn du eine Zecke bei deinem Tier oder bei dir selbst entdeckst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zecke so schnell wie möglich entfernen, je länger sie saugt, desto höher das Risiko.
  • Mit feiner Pinzette, Zeckenkarte oder Zeckenzange direkt an der Haut fassen, nicht am Körper quetschen.
  • Langsam und gerade herausziehen, nicht ruckartig.
  • Kein Öl, kein Klebstoff, keine anderen Mittel vorher auftragen.
  • Stichstelle desinfizieren und in den nächsten Wochen beobachten.

Ein Zeckenjahr für Tommy

Entweder hatte Tommy sein Streunerverhalten drastisch geändert, oder 2008 war ein besonders schlimmes Zeckenjahr. Ich tippte auf Letzteres. Auch die Vorbeugung schien nicht mehr richtig zu helfen: Der Kater musste regelmäßig eine Prozedur über sich ergehen lassen, die angeblich gegen allerlei Plagegeister schützen sollte, auch gegen Zecken. Nur irgendwie … na ja, du weißt, was ich meine.

Schön sind diese Tierchen nicht, und mit jedem Stadium werden sie hässlicher. Damals habe ich drei Exemplare fotografiert: eins frisch vom Fell gelesen, eins halb voll und eins richtig prall. Die mittlere brauchte nach meiner Beobachtung ungefähr drei Stunden bis zu diesem Zustand. Die pralle sah so aus, weil ich sie übersehen hatte und sie die ganze Nacht hängen durfte.

Die Fotos lagen übrigens absichtlich unter einer sperrigen Adresse, weil Bilderklau per Hotlinking damals schon Volkssport war. Inzwischen sind sie ohnehin verschwunden – vermisst werden sie wohl von niemandem.

Wie lange saugt eine Zecke eigentlich?

Zecken – wissenschaftlich Ixodida – durchlaufen drei Stadien: Larve, Nymphe und erwachsenes Tier. Für jeden Entwicklungsschritt brauchen sie eine Blutmahlzeit. Eine erwachsene Weibchenzecke kann dabei mehrere Tage lang saugen und ihr Gewicht vervielfachen. Borrelien werden meist erst nach einigen Stunden übertragen, FSME-Viren dagegen schon kurz nach dem Stich. Deshalb zählt jede Stunde, die du die Zecke früher entfernst.

Mein Trick von damals

Durch die vielen Besuche der „Anhäftlinge“ war ich 2008 schon ziemlich geschult, hatte viel gelesen und einiges ausprobiert. Mein Werkzeug: Vereisungsspray und eine feine Pinzette.

So bin ich vorgegangen: Das Fell um die Zecke herum habe ich mit der Hand zur Seite gestrichen – nicht rasiert, das hätte mir Tommy übel genommen. Dann habe ich eine handelsübliche Zeckenklammer angesetzt und das Vereisungsspray ausgelöst. Mit der Klammer selbst habe ich aber nie gezogen, das ging bei mir fast immer schief: zu wenig Halt, und oft blieb der Stechapparat, das sogenannte Hypostom, in der Wunde stecken.

Zum eigentlichen Entfernen kam die Pinzette zum Einsatz, die Spitze so nah wie möglich am Kopf der Zecke. Dann langsam und mit steigender Kraft ziehen, auf keinen Fall ruckartig. Irgendwann löste sie sich.

Der zweite Teil – nah an der Haut fassen, langsam und gleichmäßig ziehen – entspricht ziemlich genau dem, was Fachleute bis heute empfehlen. Beim Vereisungsspray sieht es anders aus.

Wie entfernst du eine Zecke heute richtig?

Das Robert Koch-Institut (RKI) und die tiermedizinische Expertenorganisation ESCCAP empfehlen im Kern dasselbe, egal ob die Zecke an dir oder an deinem Tier hängt:

  1. Schnell handeln. Je früher die Zecke weg ist, desto geringer ist das Risiko einer Infektion.
  2. Richtiges Werkzeug nehmen. Eine feine, spitze Pinzette, eine Zeckenkarte oder eine Zeckenzange. Mit bloßen Fingern quetschst du den Zeckenkörper und drückst womöglich Erreger in die Wunde.
  3. Nah an der Haut fassen. Greif die Zecke an den Mundwerkzeugen direkt über der Haut, nicht am vollgesogenen Körper.
  4. Langsam und gerade ziehen. Gleichmäßig und ohne Ruck, nicht drehen. Es kann eine halbe Minute dauern, bis die Zecke loslässt.
  5. Nichts draufträufeln. Öl, Klebstoff, Alkohol oder Nagellack sind tabu. Sie reizen die Zecke und können dazu führen, dass sie mehr Speichel und damit mögliche Erreger abgibt. Auch Vereisungs- oder Kältesprays sehen die offiziellen Empfehlungen nicht vor. Ich würde das Spray heute weglassen, zumal Kälte auf empfindlicher Haut auch selbst Schaden anrichten kann.
  6. Desinfizieren und beobachten. Desinfiziere die Stichstelle. Beim Menschen rät das RKI, die Stelle mit einem Kugelschreiberkreis zu markieren und in den folgenden Wochen im Blick zu behalten.

Bleibt doch ein kleiner Rest in der Haut stecken, stochere nicht darin herum. Beobachte die Stelle, und wenn sie sich entzündet, lass sie ärztlich oder tierärztlich ansehen.

Was ist bei Katzen anders?

Bei Katzen kommt vor allem das Fell dazu. Scheitle es mit den Fingern oder einem Kamm, damit du die Zecke gut siehst. Am besten hält eine zweite Person die Katze ruhig. Nach jedem Freigang lohnt ein kurzer Check an Kopf, Ohren, Hals und Achseln, denn dort setzen sich Zecken besonders gern fest.

Katzen erkranken nach derzeitigem Wissen seltener als Hunde an den typischen zeckenübertragenen Krankheiten, ausgeschlossen ist es aber nicht. Auch die Stichstelle kann sich entzünden. Wenn deine Katze nach einem Zeckenstich schlapp wirkt, Fieber hat oder die Stelle anschwillt, geh zum Tierarzt.

Wann solltest du zum Arzt gehen?

Beim Menschen sind in Deutschland vor allem zwei Krankheiten wichtig: die Borreliose, die überall in Deutschland vorkommen kann, und die FSME, eine Hirnhaut- bzw. Gehirnentzündung, die vor allem in ausgewiesenen Risikogebieten auftritt. Das RKI veröffentlicht diese Gebiete jedes Jahr auf einer aktualisierten Karte. Die meisten liegen in Bayern und Baden-Württemberg, aber auch in Sachsen und Thüringen gibt es welche.

Geh zum Arzt, wenn sich nach einigen Tagen bis Wochen rund um die Stichstelle eine ringförmige Rötung ausbreitet, die sogenannte Wanderröte. Auch grippeähnliche Beschwerden in den ersten ein bis zwei Wochen nach dem Stich solltest du abklären lassen. Gegen FSME gibt es eine Impfung, die für Menschen in Risikogebieten empfohlen wird. Ob sie für dich sinnvoll ist, besprichst du am besten mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt.

Vorbeugung bei Katzen nur mit Katzenmitteln

Viele Zeckenmittel für Hunde enthalten den Wirkstoff Permethrin. Der ist für Katzen hochgiftig und kann schon in kleinen Mengen schwere Vergiftungen auslösen. Verwende bei deiner Katze nie ein Hundepräparat und lass dich beim Tierarzt beraten, welches Mittel für sie geeignet ist. Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche oder tierärztliche Beratung.

Häufige Fragen

Muss man eine Zecke herausdrehen?

Nein. Die aktuellen Empfehlungen raten dazu, die Zecke langsam und gerade herauszuziehen. Beim Drehen reißt sie eher ab, und Teile bleiben in der Haut.

Was mache ich, wenn der Kopf stecken bleibt?

Nicht mit Nadel oder Pinzette darin herumstochern. Desinfiziere die Stelle und beobachte sie. Rötet sie sich stark oder entzündet sie sich, lass sie von einem Arzt oder beim Tier vom Tierarzt anschauen.

Wie entsorge ich eine Zecke?

Zerdrück sie nicht mit den Fingern. Du kannst sie zum Beispiel fest in Klebeband einwickeln und in den Restmüll geben.

Können Katzen Zecken auf Menschen übertragen?

Eine Katze kann Zecken ins Haus tragen, die dann auf Menschen überwechseln. Darum lohnt es sich, Freigänger regelmäßig abzusuchen, gerade wenn Kinder mit ihnen kuscheln.

Mein Fazit

2008 hatte ich so viel Übung mit Zecken, dass ich mich fast als Experte gefühlt habe – und mit dem langsamen Ziehen an der Pinzette lag ich auch richtig. Das Vereisungsspray würde ich heute weglassen. Feine Pinzette oder Zeckenkarte, nah an der Haut ansetzen, ruhig ziehen, desinfizieren: Mehr braucht es nicht.

Kommentare

2 Kommentare zu „Zecken entfernen 2008“

  1. Avatar von Monika
    Monika

    Ja, ja, das leidige Zeckenproblem. Ich träufel unseren Katzen regelmäßig Spray in den Nacken. Es scheint sie nicht zu stören. Trotzdem „schaffen“ es ein paar Zecken leider doch. Da ich Zecken total ecklig finde und mein Sohn mit der Katze spielt, kontrolliere ich das Fell der Katzen, wenn sie vom Reviergang zurück kommen. Wenn ich eine Zecke finde, entfernen mein Mann und ich sie mit der oben beschriebenen Methode. Zu zweit geht das leichter, denn einer kann die Katze ablenken und das Fell weghalten, der andere bedient die Zeckenpinzette.

  2. Avatar von ela

    ich habe sehr sehr angst von zecken bitte können sie mir helfen bitte bitte bitte bitte

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