„Handy Tarif billig“ ist eine selten dämliche Kombination, um im Netz nach einem Handyvertrag zu suchen. Ich hab es im Oktober 2007 trotzdem getan. Warum? Öhm, keine Ahnung, denn ich telefonierte damals kaum mit dem Handy. Hier steht, was ich gefunden habe, warum mir das Wort „billig“ gegen den Strich geht und worauf es bei einem Handytarif heute wirklich ankommt.
Warum ich überhaupt gesucht habe
Eigentlich brauchte ich keinen neuen Tarif. Für Festnetzgeschichten war ja der Peter da, und viele meiner Leute hatten inzwischen auch Festnetz. Für schnelle Infos zwischendurch war ICQ immer noch ganz praktisch. Trotzdem tippte ich Handy Tarif billig in die Suchmaschine. Gescheites fand ich dabei nichts. Warum auch?
Ganz allein war ich mit der Phrase aber nicht. Im Netz lief gerade eine rege Diskussion darüber, und auch ein Blogger von prepaid-vergleich-online.de hatte sich des Themas angenommen. Kropi schlug sich zur selben Zeit mit Discountmarken herum und hatte einen Tarifvergleich samt Erfahrungsbericht zu Klarmobil geschrieben, den ich ziemlich witzig fand. Sein Blog ist leider längst Geschichte.
Was ich gegen „billig“ habe
Billig ist für mich ein Begriff, der schon mal gar nicht geht. Eine Leistung muss bezahlt werden. Wer sich unter Wert verkauft, kann keine Qualität bieten oder hält das nicht lange durch.
Billige Tarife haben für mich auch irgendwas Anrüchiges, etwas, dem ich nie vertrauen könnte. Das Wort hat etwas Basarhaftes. Ich stell mir das so vor: Der Anbieter steht hinter seinem Angebot, reibt sich die zarten Hände, hält den Kopf leicht geneigt und grinst mich an. So ungefähr sieht es in meinem Kopf aus, wenn mir einer mit „Handy Tarif billig“ kommt.
Daran hat sich bis heute nichts geändert. Günstig ist gut, billig macht mich misstrauisch.
Meine Handy-Ausstattung 2007
Ganz ehrlich: Ich hatte damals zwei Verträge. Einmal Simyo, um mit meiner Freundin günstig zu telefonieren, und einmal eine D2-Prepaidkarte von 1999. Jaja, nie gewechselt! Die Preise gingen ja immer von allein runter. Wenn mal eine SMS kam, die mir androhte, dass sich der Tarif ändert, wenn ich nicht antworte, schrieb ich eine E-Mail, und gut war. Ich lebe immer noch.
Auch den ganzen Hype um die Handys verstand ich nicht. Mein Siemens S4 habe ich bis Mitte 2001 regelmäßig genutzt und danach noch als Notfall-Dingelich. Ging alles. 2007 lief ich dann mit einem gepimpten S42 herum. Jaa! Mit einem Software-Mod drauf war daraus ein vollwertiges S45i geworden, mit dem ich sogar MP3s hören konnte.
Und was mache ich nun mit „Handy Tarif billig“? Einfach nix. Ich belasse es dabei. Kurz habe ich noch überlegt, ob ich auf die Seite ein wenig Werbung setzen sollte, um damit reich zu werden. Ach nee.
Was ist aus allem geworden?
Fast zwanzig Jahre später hat sich das Bild ziemlich gedreht:
- Simyo startete 2005 als Discountmarke von E-Plus und landete nach der Fusion mit Telefónica im O2-Konzern. 2016 wurde die Marke eingestellt, die Kunden zogen zur O2-Marke Blau um. Seit Herbst 2024 gibt es Simyo als günstige Marke im O2-Netz wieder, betrieben zusammen mit der Mobilezone-Gruppe.
- D2 heißt längst Vodafone. Die Prepaidtarife laufen dort unter dem Namen CallYa.
- ICQ wurde am 26. Juni 2024 nach über 27 Jahren abgeschaltet. Die schnellen Infos laufen heute über WhatsApp, Signal und Co.
- Siemens baut keine Handys mehr. Die Sparte ging 2005 an BenQ, die BenQ Mobile ging schon 2006 pleite.
- Das Festnetz hat für viele ausgedient. Telefoniert wird mobil oder per Messenger.
Funkt mein altes Handy noch?
Ein Gerät wie das S45i kann nur GSM, also 2G. Das 3G-Netz ist in Deutschland bereits abgeschaltet, und auch 2G hat ein Ablaufdatum: Die Telekom will GSM Ende Juni 2028 abschalten, Vodafone hat das Aus für September 2028 angekündigt. Für O2 gab es zuletzt noch keinen festen Termin. Spätestens dann sind reine 2G-Handys nur noch Briefbeschwerer.
Worauf du heute bei einem Handytarif achten solltest
Mein Prinzip „nie wechseln, die Preise sinken von allein“ hat 2007 funktioniert. Heute würde ich das nicht mehr empfehlen. Bestandskunden zahlen oft deutlich mehr als Neukunden für dieselbe Leistung. Ein kritischer Blick alle ein, zwei Jahre lohnt sich.
Netz zuerst, Preis danach
In Deutschland gibt es vier Netzbetreiber: Telekom, Vodafone, O2 und seit Ende 2023 auch 1&1 mit einem eigenen Netz. Fast alle Discountmarken nutzen eines dieser Netze. Prüf zuerst, welches Netz bei dir zu Hause, auf der Arbeit und auf deinen üblichen Strecken gut funktioniert. Die Netzkarten der Anbieter und das Mobilfunk-Monitoring der Bundesnetzagentur helfen dabei. Der günstigste Tarif bringt nichts, wenn du im Funkloch sitzt.
Diese Punkte entscheiden über den Preis
- Datenvolumen: Schätz realistisch, was du brauchst. Ein Blick in die Handy-Einstellungen zeigt dir deinen Verbrauch der letzten Monate.
- Geschwindigkeit: Günstige Tarife sind manchmal gedrosselt oder haben keinen Zugang zu 5G.
- Laufzeit: Verträge laufen höchstens 24 Monate. Monatlich kündbare Tarife kosten manchmal etwas mehr, machen dich aber flexibel.
- Prepaid oder Vertrag: Prepaid ist ideal, wenn du wenig telefonierst und volle Kostenkontrolle willst. Seit dem 1. Juli 2017 musst du dich aber auch bei Prepaidkarten mit Ausweis registrieren.
- eSIM: Viele Anbieter bieten inzwischen eine eSIM an. Praktisch, wenn dein Handy das unterstützt.
Deine Rechte als Kunde
Seit Dezember 2021 kannst du Handyverträge nach Ablauf der Mindestlaufzeit jederzeit mit einer Frist von einem Monat kündigen. Die automatische Verlängerung um ein ganzes Jahr gibt es nicht mehr. Und ändert dein Anbieter einseitig die Vertragsbedingungen zu deinem Nachteil, hast du in der Regel ein Sonderkündigungsrecht. Eine E-Mail wie bei mir 2007 musst du dann gar nicht erst schreiben.
Und im Urlaub?
Innerhalb der EU telefonierst und surfst du seit Juni 2017 zu Inlandskonditionen, das sogenannte Roam like at home. Die Regel gilt inzwischen bis 2032. Vorsicht bleibt außerhalb der EU geboten, etwa in der Schweiz, und auf Fähren oder Kreuzfahrtschiffen, wo teure Satellitennetze funken können.
Konkrete Preise nenne ich hier bewusst nicht, die ändern sich im Monatstakt. Ein Vergleichsportal gibt dir einen Überblick, aber lies dort genau, was hinter den Lockangeboten steckt.
Wer mehr über die Schattenseiten der Telefonbranche lesen will: Drei Tage nach diesem Beitrag schrieb ich über die Machenschaften der Callcenter, und ein Jahr später versprach ein SMS-Dienst namens SMS Guru, jede Frage per Kurznachricht zu beantworten.
Mein Fazit
2007 bin ich mit einer uralten Prepaidkarte und einem gemoddeten Siemens prima ausgekommen, und billig fand ich verdächtig. Heute würde ich nicht nach „billig“, sondern nach dem passenden Netz und fairen Bedingungen suchen und den Tarif regelmäßig hinterfragen. Ein günstiger Tarif im richtigen Netz schlägt jedes Schnäppchen im Funkloch.
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