Was macht man mit großen Bratpfannen? Richtig: Man geht damit rodeln! Anfang Januar 2009 habe ich hier ein Foto gezeigt, das diese Frage eindeutig beantwortet hat. Supergünstig und trotzdem ein Riesenspaß. Das Foto gibt es leider nicht mehr, die Idee lebt aber weiter. Hier erfährst du, warum eine Pfanne überhaupt rutscht, wie du dir dabei nicht wehtust und wofür so ein Riesending in der Küche eigentlich gedacht ist.
Pfannenrutschen: die billigste Rodelbahn der Welt
Den Schlitten hat nicht jeder griffbereit, wenn plötzlich Schnee liegt. Eine große, alte Bratpfanne findet sich dagegen in vielen Küchen oder auf dem Dachboden. Reinsetzen, Beine nach vorn, Schwung holen, los. Mehr Ausrüstung braucht es nicht, und der Lacher ist garantiert, spätestens wenn sich das Teil auf halber Strecke einmal um die eigene Achse dreht.
Am selben Tag gab es hier übrigens auch das Rezept für einen Eierkuchen-Berg für sieben Mann und ein Kind. Pfannen hatten in diesem Januar bei mir offenbar Hochsaison.
Warum rutscht eine Pfanne überhaupt so gut?
Dass Kufen, Bob und eben auch Pfannen im Schnee gleiten, liegt vor allem an einem hauchdünnen Wasserfilm. Durch die Reibung entsteht an der Kontaktfläche Wärme, die eine winzige Schicht Schnee schmilzt. Auf diesem Film gleitet alles, was einen glatten, harten Boden hat. Und genau den hat eine Pfanne: Metall, glatt, ohne Kanten, die sich in den Schnee graben.
Auch der Schnee spielt mit. Festgefahrener, leicht angefrorener Schnee ist am schnellsten. In tiefem Pulverschnee sinkt die Pfanne dagegen ein und bleibt nach ein paar Metern stecken. Schwerer Nassschnee bremst ebenfalls, weil er am Boden klebt. Die beste Piste ist also ein schon etwas eingefahrener Hang am Tag nach dem Schneefall.
Dazu kommt die Form. Der hochgezogene Rand wirkt wie bei einem Rodelteller. Die Pfanne schiebt sich über Unebenheiten, statt sich festzufressen. Der Nachteil der runden Form: Lenken kannst du praktisch nicht, und gebremst wird mit den Hacken. Genau deshalb macht es so viel Spaß, und genau deshalb solltest du dir den Hang gut aussuchen.
Was taugt als Rutscher, was nicht?
| Rutscher | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Große alte Bratpfanne | glatt, stabil, sofort verfügbar | nicht lenkbar, Stiel stört, Pfanne danach oft hinüber |
| Rodelteller aus Kunststoff | leicht, billig, schnell | nicht lenkbar, dreht sich |
| Schlitten oder Lenkbob | lenk- und bremsbar | muss man haben und tragen |
| Müllsack oder Plastiktüte | passt in jede Jackentasche | kein Schutz, reißt schnell |
Sicher rutschen: Darauf solltest du achten
Improvisiert heißt nicht leichtsinnig. Eine Pfanne hat keine Bremse, keine Lenkung und einen harten Rand.
- Nur ausgediente Pfannen nehmen: Der Boden bekommt Kratzer, dünne Pfannen können sich verbiegen. Auf dem Herd liegt so eine Pfanne danach oft nicht mehr plan auf.
- Den Stiel entschärfen: Bei vielen Pfannen ist der Griff verschraubt und lässt sich abnehmen. Wenn nicht, halt ihn mit beiden Händen fest vor dem Körper, damit er dir bei einer Drehung nicht in die Seite schlägt.
- Den richtigen Hang wählen: flach, mit langem Auslauf, ohne Bäume, Zäune, Straßen oder Gewässer am Ende. Eisige Hänge sind tabu, darauf wird die Pfanne unkontrollierbar schnell.
- Weg von der Rodelbahn: Auf vollen Bahnen mit Schlitten und Kindern hat ein unlenkbarer Kreisel nichts zu suchen.
- Sitzen, nicht liegen: Immer mit den Füßen voran fahren, nie bäuchlings oder mit dem Kopf zuerst.
- Helm auf: Was beim Rodeln für Kinder längst empfohlen wird, schadet Erwachsenen auch nicht.
Wer nach dem Winter auf den Geschmack gekommen ist und auch ohne Schnee den Hang hinunter will: Dafür gibt es das Mountainboard, quasi das Snowboard mit Luftreifen. Auch da gilt aber: Ohne Schutzausrüstung würde ich mich nicht draufstellen.
Kinder nur auf sanften Hügeln
Für Kinder ist so eine Pfanne ein Riesenspaß, aber eben auch schwer zu kontrollieren. Lass sie nur auf flachen, übersichtlichen Hügeln fahren, bleib in der Nähe und achte darauf, dass unten genug Platz zum Auslaufen ist.
Und in der Küche? Wofür große Pfannen gedacht sind
Ganz ernst gemeint: Eine große Pfanne mit 32 Zentimetern Durchmesser oder mehr ist in der Küche ein echtes Arbeitstier. Bratkartoffeln für die ganze Familie, eine Gemüsepfanne, Paella oder eben ein Berg Eierkuchen, für den zwei Pfannen parallel laufen. Alles, was in einer kleinen Pfanne in mehreren Durchgängen brät, geht in einer großen auf einmal.
Wie groß ist groß?
Als grobe Faustregel reichen 28 Zentimeter für zwei Personen, ab 32 Zentimetern wird es familientauglich, und mit 36 Zentimetern und mehr bekommst du auch eine größere Runde satt. Wichtig zu wissen: Die Größenangabe bezieht sich fast immer auf den oberen Rand. Der Boden, auf dem tatsächlich gebraten wird, ist einige Zentimeter kleiner. Schau beim Kauf deshalb auch auf den Bodendurchmesser.
Passt die Pfanne zum Herd?
Die wichtigste Frage vor dem Kauf: Wie groß ist deine größte Kochzone? Ragt die Pfanne weit über die Platte hinaus, bleibt der Rand kühler als die Mitte. Bei Induktion wird außerdem nur der Teil des Bodens heiß, der über der Kochzone liegt. Ist der magnetische Boden dagegen zu klein, schaltet die Zone gar nicht erst ein. Auf einem großen Gasbrenner haben riesige Pfannen das leichteste Spiel.
Welches Material wofür?
- Gusseisen: speichert die Hitze hervorragend und ist praktisch unverwüstlich, aber schwer. Bei großen Pfannen ist ein Gegengriff Gold wert.
- Eisen oder Schmiedeeisen: wird richtig heiß, ideal zum scharfen Anbraten. Muss eingebrannt und nach dem Spülen dünn eingeölt werden.
- Edelstahl: robust und meist spülmaschinenfest. Zum Anbraten top, bei Eiern und Eierkuchen klebt es dagegen gern.
- Aluminium mit Antihaftbeschichtung: leicht und pflegeleicht, ideal für Eier, Fisch und Eierkuchen. Die Beschichtung hält aber nicht ewig.
Beschichtete Pfannen nicht überhitzen
Antihaftbeschichtungen vertragen normale Brattemperaturen problemlos. Heiz eine beschichtete Pfanne aber nicht leer auf höchster Stufe vor. Wird die Beschichtung zu heiß, beginnt sie sich zu zersetzen und gibt Dämpfe ab. Besser: mittlere Stufe, ein wenig Fett hinein und dann erst richtig aufdrehen.
Pflege und Aufbewahrung
Große Pfannen nehmen viel Platz weg. Ein stabiler Haken an der Wand oder ein Pfannenregal schont Rand und Beschichtung besser als ein wackeliger Stapel im Schrank. Gieß außerdem kein kaltes Wasser in die heiße Pfanne, davon kann sich der Boden verziehen. Und beschichtete Pfannen bekommen nur Holz- oder Kunststoffwender.
Wenn die Pfanne ausgedient hat
Irgendwann ist die Beschichtung zerkratzt oder der Boden verzogen. Bevor die Pfanne in den Müll wandert, gibt es ja nun eine sinnvolle Zweitverwendung, zumindest wenn der nächste Winter Schnee bringt. Ansonsten nimmt der Wertstoffhof Metall in der Regel an. Wie genau beschichtete Pfannen bei dir entsorgt werden, regelt deine Kommune, ein kurzer Blick auf deren Abfallseite klärt das.
Häufige Fragen
Kann man mit einer Bratpfanne wirklich rodeln?
Ja, auf festem Schnee rutscht eine große Pfanne erstaunlich gut. Lenken und bremsen kannst du allerdings kaum. Nimm deshalb nur eine ausgediente Pfanne und einen flachen Hang mit viel Auslauf.
Welche Pfannengröße brauche ich für vier Personen?
Für vier Personen sind 32 Zentimeter ein guter Wert. Achte darauf, dass der Boden zu deiner größten Kochzone passt, sonst wird der Rand nicht richtig heiß.
Darf eine Pfanne größer als die Herdplatte sein?
Ein paar Zentimeter Überstand sind kein Problem, zumal die Größenangabe meist den oberen Rand meint. Ragt der Boden aber deutlich über die Kochzone hinaus, brät die Pfanne ungleichmäßig. Bei Induktion muss der Boden die Zone ausreichend abdecken.
Mein Fazit
Große Bratpfannen können mehr als Bratkartoffeln: Im Schnee werden sie zur billigsten Rodelbahn der Welt. Ich finde, so eine Pfanne verdient nach ihrem Küchenleben genau diese zweite Karriere. Nimm aber nur eine ausgediente, such dir einen flachen Hang und halt den Stiel im Griff, dann bleibt es beim Spaß.
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